Guten Morgen, ich habe die letzten Tage mal genutzt um meinen FB nochmal neu auszufüllen. Ich weiß, ihr habt schon viel Zeit in mich gesteckt, ich würde mich aber sehr freuen wenn hier jemand nochmal drüberschauen würde und ein Feedback dalassen könnte

Kurz vorab: Ich habe nochmal intensiv über die Menge vom Kokainkonsum pro Abend nachgedacht(Ich weiß, das hätte schon viel eher passieren müssen) und bin zu dem Schluss gekommen, dass es an Hochtagen doch bis zu 0.4g und nicht maximal 0.3g gewesen sein können. So habe ich es auch im FB übernommen.
1. Wann haben Sie das erste mal von illegalen Drogen gehört?
In der Schule, etwa im Alter von 13/14 Jahren. Ein Klassenkamerad hatte darüber gesprochen, dass er vorhat mit seiner großen Schwester Cannabis zu konsumieren. Für mich war das damals aber kein Thema und ich habe mich damals nicht weiter damit beschäftigt, habe auch nicht weiter mit der Person darüber gesprochen.
2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Das erste mal Cannabis habe ich im Alter von 15 Jahren Jahren im Spätsommer 2018 konsumiert
3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
Cannabis habe ich von September 2018 bis ca. August 2021 ca. einmal die Woche konsumiert, pro Konsumtag habe ich einen Joint mit etwa 0.5g Cannabis geraucht. Selten mal zwei Joints an einem Tag. Ich habe nicht alleine geraucht, sondern gemeinsam mit 2-3 Personen. Die Gelegenheiten waren immer ähnlich, wir trafen uns in der Regel draußen, verbrachten Zeit an öffentlichen Orten, gingen spazieren, selten mal bei jemandem zuhause, wenn die Eltern nicht da waren. Die Treffen gingen in der Regel 2-4 Stunden
Ecstasy habe ich im Zeitraum von Dezember 2021 bis Juni/Juli 2022 insgesamt dreimal konsumiert, im Abstand von ca. 3 Monaten.
Der erste Anlass war ein Clubbbesuch, die anderen Anlässe waren kleinere Zusammentreffen, bei jemandem zuhause. Das erste Mal habe ich eine halbe Pille genommen, die anderen beiden male eine ganze Pille.
Kokain konsumierte ich von August 2022 bis Mai 2023. Anfangs einmal im Monat, der Konsum erhöhte sich aber bereits ab dem dritten Konsum auf jedes zweite Wochenende. Es war immer wichtig ein Wochenende pause zu machen, weil jedes Wochenende zu konsumieren wäre „junkiehaft“ (so haben wir es gennant) und es war uns wichtig, sich von Junkies abzusetzen. Dadurch hab ich mir selbst vorgegaukelt, den Konsum im Griff zu haben und zu kontrollieren. Anfangs habe ich ca 0.15-0.2g an einem Abend in 2-3 Nasen konsumiert, anschließend setzte sich der Konsum auf bis zu 0.4g in bis zu 4 Nasen fest. Zusätzlich zum Kokain trank ich pro Abend 2-3 Bier und/oder 2-3 Mischgetränke, z.B Whisky Cola oder Vodka Energy.
4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Ja, Kokain habe ich immer mit Alkohol zusammen konsumiert. Insgesamt 19 mal. Ecstasy und Cannabis habe ich nie mit Alkohol zusammen konsumsiert.
5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Das ersten male Alkohol trank ich mit 15, habe direkt schlechte Erfahrungen gemacht mit Übergeben und sehr starkem Rausch. Der Kontrollverlust und körperliche Unbeherrschtheit störten mich sehr, also trank ich seitdem Alkohol nur in geringeren Mengen und zu bestimmten Anlässen. Während meiner Kokainzeit trank ich jedes zweite Wochenende Alkohol, nachdem ich den Konsum von Kokain einstellte, schraubte ich auch meinen Alkoholkonsum wieder zurück auf geringe Mengen zu bestimmten Anlässen. Mittlerweile trinke ich gar keinen Alkohol mehr.
6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Ich rauche 5-7 Zigaretten am Tag und trinke gelegentlich Kaffee
7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Unmittelbar nach dem Konsum von Cannabis eine leichte körperliche Erschöpftheit und Müdigkeit. – Langfristig habe ich gemerkt, dass Cannabis meine Unsicherheit im Rausch verstärkte, mein Problem also nicht mehr löste sondern noch verstärkte.
Nach dem Konsum von Ecstasy eine gewisse emotionale Leere am nächsten Tag.
Nach dem Kokainkonsum hatte ich Einschlafprobleme und war am nächsten Tag müde und antriebslos
8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Die Müdigkeit nach dem Cannabiskonsum hat mich nie gestört, da ich i.d.r. am Abend konsumierte und anschließend ins Bett ging. Nach der Erkenntnis, dass der Cannabisrausch mir nichts mehr gibt, sondern sogar mein Problem weiter verschlechtert, habe ich den Konsum eigenständig wieder eingestellt.
Die Folgen nach dem Ecstasy Konsum waren insofern für mich akzeptabel, weil Sie wissenschaftlich erklärt werden konnten. Durch die hohe Serotoninausschüttung waren halt nicht mehr so viele Glückshormone im Körper und es dauerte etwas, bis diese wieder hergestellt waren. Für mich war das ein plausibler biologischer Vorgang, den ich akzeptierte. An dem Abend bin ich sehr glücklich, am Tag danach eben unglücklich. Und danach fühle ich mich wieder normal. Und dieser eine Tag war der Preis den ich bereit war für den Rausch zu bezahlen. Genau deshalb war es aber wichtig , eine entsprechend lange Pause zwischen den einzelnen Konsumtagen einzuhalten, um zu vermeiden, dass der Kater länger wird als einen Tag und der Serotoninhaushalt sich vollständig erholt.
Am Folgetag nach Kokain war ich in der Regel Müde und etwas antriebslos, was ich damals aber eher auf den Schlafmangel als auf das Kokain selber schob. Ich war noch in der Lage gut Fußball zu spielen(ich spiele im Verein) oder auch mal mit der Familie einen Ausflug zu machen, Großeltern besuchen oder ähnliches, also habe ich die negativen Konsequenzen nie als so relevant wahrgenommen, wie ich es hätte tun sollen. Natürlich war die Motivation, an Folgetagen etwas aktives zu machen eher gering, abhalten lassen davon habe ich mich aber nie.
9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
225 ng/ml Benzoylecgonin
10.9ng/ml Ecgoninmethylester
4.3ng/ml cocaethylen
10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
In der Woche direkt vor der Auffälligkeit habe ich nichts konsumiert
11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Am Vorabend der Auffälligkeit habe ich 3 Bier getrunken, 3 Vodka-Energy und ca. 0.4g Kokain in 4 Nasen konsumiert
12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Ich hatte an diesem Tag gefeiert, dass ich mein Abitur bestanden hatte. Allerdings war zu dieser Zeit generell kein bestimmter Grund nötig gewesen um zu konsumieren. Durch den Anlass habe ich aber konsumiert, obwohl ich am nächsten Morgen arbeiten musste. Mir war an dem Tag nur wichtig meinen Abend zu genießen, alles andere war egal. Also nahm ich die negativen Konsequenzen, dass es mir am nächsten Tag vermutlich schlecht gehen wird, in Kauf.
13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Ich wurde im Rahmen einer allgemeinen Straßenverkehrkontrolle angehalten, da der Verdacht bestand, dass mein Rücklicht defekt sei. Es war allerdings nur etwas dunkler als die andere Seite, da es sich um ein Ersatzteil handelte. Während des Gespräches wurde von den Beamten festgestellt, dass ich sehr glasige Augen habe. Anschließend wurde ein freiwilliger Schnelltest durchgeführt, der positiv auf Kokain anschlug.
Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
14. Was war der Zweck der Fahrt?
Ich wollte von der Arbeit nach Hause fahren.
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
Ca. einen Kilometer, ich wurde kurz vor meiner Haustür angehalten
16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Mit dem Auto war ich bestimmt an die 30-35 mal im Straßenverkehr unterwegs. Auch in der Zeit, bevor ich Auto gefahren bin und noch Cannabis konsumiert habe, war ich auf dem Fahrrad oder Motorroller gelegentlich unter dem Einfluss von Cannabis im Straßenverkehr unterwegs.
17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Ehrlich gesagt habe ich den Konflikt nie gelöst. Ich habe zwar darauf geachtet, nie am gleichen Tag des Konsums zu fahren, sondern frühestens am Folgetag, wenn ich mich in der Lage dazu fühlte. Nach dem Konsum von Ecstasy bin ich am Folgetag nicht gefahren, da der Rausch noch starke Nachwirkungen zeigte. Bei Kokain hatte ich am nächsten Tag i.d.r. keine negativen Folgen, die sich (aus meiner Sicht damals) aus dem Kokainkonsum ergaben. Gelegentlich bin ich also am Folgetag gefahren, spätestens am Montag wieder zur Schule. Dass ich dann noch immer unter dem Einfluss stehen kann und die tatsächliche Gefahr die jedes Mal von mir ausging, hatte ich als solche überhaupt nicht wahrgenommen, da ich mich subjektiv jedes mal in der Lage fühlte ein KFZ sicher zu führen.
19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
2-4 Tage, je nach Konsummenge. Bei chronischem Konsum auch noch deutlich länger
20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Wenn ich täglich konsumieren würde, wären die Folgen weitreichend: Über psychische Abhängigkeit, Veränderung der Persönlichkeit, Depressionen und Angstzuständen, soziale Isolation, Zerstörung von Beziehungen und Verlust von Freunden, Jobproblemen und wahrscheinlichem Rutsch in die Beschaffungskriminalität, bis hin zu fatalen Körperlichen Folgen wie schweren Herzproblemen, erhöhtem Schlaganfallrisiko und einer generell verkürzten Lebenszeit. Speziell beim Mischkonsum von Kokain und Alkohol, besteht ein 18-25 mal höheres Risiko an einer Überdosis zu sterben, als nur von Kokain
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Warum ist es passiert?
21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Beim Konsum von Cannabis ging es nie primär um den Rausch oder die Droge an sich, sondern um das Werkzeug welches Cannabis für mich war. Ich hatte eine gute Schulzeit, sowohl sozial als auch leistungstechnisch und auch ein größtenteils liebevolles Zuhause, hatte also zwei stabile soziale Konstrukte, von denen ich ein fester Teil war, dazugehörte und das Gefühl hatte gebraucht zu werden, speziell zuhause. Abgesehen von der Schule habe ich aber wenig bis gar nichts mit meinen Schulfreunden unternommen. Darüber hinaus war ich auf einer Waldorfschule, wo seit der 1. Klasse bis zur 13. Klasse die gleichen Personen in einer Klasse sind und vergleichsmäßig generell sehr wenig Schülerinnen und Schüler auf der Schule waren. Die Hierarchien und Freundesgruppen sind also sehr konstant und stabil geblieben und ich hatte nie die Möglichkeit, aber auch nie den „Zwang“ innerhalb der Schule neue Kontakte zu knüpfen.
Anders sah es im echten Leben, außerhalb von zuhause und Schule aus. Ich hatte ein paar wenige Kontakte in meiner Nachbarschaft und spielte Fußball im Verein, eine richtige Zugehörigkeit zu einer Gruppe habe ich aber nirgends gespürt. Und genau nach diesem Gefühl, eine feste Zugehörigkeit zu haben wo ich wirklich unersetzbar bin und gesehen werde und nicht nur dabei bin, habe ich mich gesehnt. Darüber hinaus war mein Selbstbewusstsein damals nicht das stabilste und ich war generell eher unsicher über mich selbst, weshalb mir eine Identifikation durch eine starke Gruppenzugehörigkeit umso wichtiger war.
Durch ein gemeinsames Hobby(Parkour) habe ich eine Person kennengelernt, die auch aus meiner Nachbarschaft kam und Teil einer solchen Freundesgruppe war. Die Gruppe wirkte auf mich polarisierend, sehr frühreif und selbstbestimmend, verkörperte also einen starken Eindruck mit Zusammenhalt nach außen. Genau das waren Aspekte, die ich mir auch für mich selbst gewünscht hatte und deshalb beeindruckte mich diese Gruppe. Ich verstand mich gut mit dieser Person, verbrachte immer mehr Zeit mir Ihr und eines Tages kam die Frage ob ich mit Ihm und einigen weiteren Personen kiffen möchte. Das sah ich als perfekte Eintrittsmöglichkeit in die Gruppe und stimmte zu. Hauptsache ich gehöre zur Gruppe, auch die Illegalität stellte kein Hindernis für mich dan. Der Konsum hatte auch genau den Effekt zur Folge den ich mir gewünscht hatte und ich verbrachte regelmäßig Zeit mit dieser Gruppe und konsumierte ca. einmal die Woche gemeinsam mit Ihnen Cannabis.
Nach etwa 3 Jahren kam mir allerdings die Erkenntnis, dass der Konsum von Cannabis meine Probleme und Unsicherheiten nur verstärkte und ich mir im Rausch mehr Gedanken darum machte, wie ich gerade auf die anderen wirke, ob ich cool rüberkomme, was ich als nächstes sagen soll etc. Ich sah in dem Konsum keinen Problemlöser mehr, also beschloss ich den Konsum einzustellen. Darüber hinaus war ich zwar Teil der Gruppe geworden und hatte mein soziales Konstrukt, allerdings hab ich mich nicht unersetzbar in dieser Gruppe gefühlt. Die Gruppe war groß und alle kannten sich schon lange, ich hatte zu niemandem eine wirklich tiefere Verstrickung, wenn überhaupt zu der Person die mich in die Gruppe integriert hatte. Ich hatte das Gefühl, dass es für die anderen keinen wirklich großen Unterschied machte ob ich dabei war oder nicht. Und genau das hat mir gefehlt. Ich wollte ja nicht nur Mitglied in einer Gruppe sein, sondern ein wirklich er Teil von etwas, verbunden mit der Anerkennung und Wertschätzung.
Auf einer Party bin ich dann mit zwei Personen in Kontakt gekommen die ich schon länger kannte, die aus meiner Sicht damals ins gleiche Spektrum passten wie die Gruppe- polarisierend, beliebt, lustig, bekannt- alles was ich mir für mich auch gewünscht habe. Auch mit den beiden verstand ich mich gut an dem Abend und wir haben seit Beginn der Party den ganzen Abend verbracht. Die beiden hatten an dem Abend Ecstasy genommen und mich gefragt ob ich auch möchte. Ich fühlte mich irgendwie geehrt, dass Sie mich fragen und mir die Droge anbieten und nicht irgendwem anders. Das gab mir das Gefühl, dass die beiden mir vertrauten. Außerdem verstand ich mich wirklich gut mit Ihnen und es fühlte sich harmonisch an, ich hatte kein Interesse mir das durch die Ablehnung der Droge eventuell kaputt zu machen. Ich sah also Ecstasy als Möglichkeit ein prägendes Erlebnis gemeinsam mit den Personen zu schaffen, zum einen durch den gemeinsamen Konsum, zum andern durch die intensive emotionale Verbindung im Rausch. Ich habe also eine halbe Ecstasy Tablette geschluckt. Der Rausch war sehr intensiv, und erfüllte genau meine Erwartungen. Ich habe sehr viel zeit am Abend mit diesen Personen verbracht, konnte meinen Kopf ausschalten und diese Frage ob ich wirklich dazu gehöre war verschwunden, es hat sich genau richtig angefühlt. Am nächsten Morgen war der Rausch vorbei, aber die Erinnerung und das Gefühl von Zugehörigkeit welches ich an dem Abend hatte, war geblieben. Ich habe also erneut den Kontakt gesucht, der bestand zunächst aber eher sporadisch und nicht regelmäßig. Zweimal habe ich mit Ihnen danach erneut Ecstasy genommen.
Vor einer großen Gartenparty einer Freundin, wo wir gemeinsam hingingen, kam die Idee auf erneut zu konsumieren. Allerdings war der letzte Ecstasy Konsum noch nicht lange her, außerdem wäre es zu auffällig auf einer Party mit so vielen bekannten Personen Ecstasy zu nehmen. Vor der Party „beichteten“ die beiden, dass sie schon Erfahrungen mit Kokain gemacht haben und beschlossen, haben auch auf dieser Party Kokain zu nehmen. Kokain sei unauffälliger, wirke nicht so stark und der Kater am nächsten Tag sei nicht so vorhanden wie beim Ecstasy. Außerdem könne/müsse man Kokain mit Alkohol kombinieren, da nur dann der perfekte Rausch entstehen würde. Alkohol für die Lockerheit, Kokain für den Fokus, die Euphorie und das Selbstbewusstsein. Außerdem könnte man mit dem Mischkonsum den Rausch besser kontrollieren. Wenn man zu betrunken wird einfach eine Nase ziehen um wieder „nüchterner“ zu werden, wenn das Kokain zu stark wirkt, könne man mehr trinken um dem Kokain entgegen zu wirken.
Einen gewissen Respekt vor der Droge hatte ich schon, gerade da Kokain für mich immer etwas unerreichbares war, in meinem Kopf war das nur was exklusives für die Reichen. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen gemeinsam mit Ihnen das Kokain zu nehmen. Meine Hemmschwelle zu chemischen Drogen war wegen des Ecstasys bereits gesunken und ich sah Kokain nicht als neues Problem, sondern als gleichen Problemlöser wie Ecstasy. Andere Droge, gleiche Wirkung für mich. Die kritische Auseinandersetzung und die möglichen Folgen von Kokainkonsum sind damals völlig an mir vorbeigegangen, ich hatte ja schon chemische Drogen genommen, was sollte also passieren wenn ich die Substanz einfach austausche, dachte ich mir.
Darüber hinaus hörte sich auch die Wirkung vom Koks/Alkohol Gemisch verlockend an: Lockerheit, gesteigertes Selbstbewusstsein und Euphorie, aber auch die Möglichkeit, den Abend zu kontrollieren. Alkohol trinken aber nicht betrunken werden, nichts anmerken lassen, den Eindruck den ich mache selbst in der Hand behalten. Gerade vor einer großen Party mit vielen Fremden hörte sich das genau richtig an. Ich konnte also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, zum einen die Verbindung zu meinen "Freunden", zum anderen eine selbstbewusstes und sicheres Auftreten nach außen. So konsumierte ich das erste Mal Kokain, gemischt mit Alkohol. Der Konsum hielt was ich mir vorgestellt hatte, es fühlte sich nach einem kontrollierten Rausch an, mein Selbstbewusstsein war gesteigert und ich kam mit vielen fremden ins Gespräch. Auch die Kombination mit dem Alkohol, war meines Erachtens harmonisch und der nächste Tag war überaus erträglich. Wie gefährlich der Mischkonsum von Alkohol und Kokain wirklich ist, wurde mir erst nach meiner Auffälligkeit klar als ich mich intensiv mit der Droge auseinander gesetzt habe. Cocaethylen, welche beim Mischkonsum entstehen, sind nochmal deutlich giftiger und belastender für das Herz, als Kokain alleine und die Gefahr für eine Überdosis ist extrem hoch. Nach dem ersten Konsum trafen wir uns öfter erneut und verbrachten viel Zeit zu dritt. DAs Kokain war wie ein Türöffner gewesen. Nach einem Monat konsumierten wir erneut, danach nach drei Wochen und danach jedes zweite Wochenende. Kokain hatte also mein Problem vermeintlich tatsächlich gelöst, wie ich es erhofft hatte. Durch die Regelmäßigkeit und die kleinere Gruppengröße fühlte ich mich wirklich wie ein Teil vom Ganzen und es war wichtig ob ich dabei war oder nicht. Es war selbstverständlich, dass wir uns jedes Wochenende und auch in der Woche sahen und jedes zweite Wochenende zusammen Kokain nahmen. Wenn einer von uns zu einer Party eingeladen wurde, hieß es entweder wir drei kommen oder niemand von uns kommt. Also hatte ich die Gruppe und Zugehörigkeit gefunden, die ich gesucht hatte. Vorallem wusste ich, wenn ich weiter konsumiere, habe ich auch weiterhin meine guten "Freunde". Kokain hat mir also ein neues Selbstwertgefühl gegeben, zum einen durch den Rausch, zum anderen durch meine "Freunde".
Ganz besonders hat es mir das Gefühl genommen ersetzbar und unsichtbar zu sein.