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Negativ Gutachten verkehrs-/strafrechtliche Bestimmungen verstoßen wird

Lupsky

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,

Ich habe leider ein negatives Gutachten erhalten und bin auf dieses Forum gestoßen. Ich wollte mal nachfragen, wieso ich durchgefallen bin. Da stehen Sachen drin, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann, oder ich bin einfach zu blöd dafür.

Ich war nach 12 Stunden Einzelsitzungen beim Verkehrspsychologen ehrlich zu mir selbst und habe das Ganze reflektiert. ( habe ich gemeint )

Ich bräuchte echt mal Tipps, woran ich arbeiten muss. Am besten von Leuten, die sich damit auskennen und keine KI nutzen.


Ich wäre euch dankbar, wenn ihr mir ein paar Infos geben könntet.
 

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Ich habe da gerade was gelernt. Vielleicht kann ich das hier ja mal loswerden.

Nach dem 8-Mal Durchlesen hat die Mpu-Stelle eigentlich recht. Ich habe immer Situationen als Vorwand genommen oder meine Impulsivität. Aber eigentlich bin ich ein Egoist. Das hat sich schon vor der Scheidung gezeigt. Als meine Ex-Frau eine Eheberatung wollte, habe ich das verneint. Ich schaffe das schon alleine oder ich fand es toll, wenn ich schnell auf der Bahn war und die Autos überholt habe. Außerdem habe ich mich oft als was Besseres gefühlt, zum Beispiel in meinem Job als Qualitätsmanager oder Leiter. Rückblickend muss ich sagen, dass ich schon immer gemeint habe, dass ich was Besseres sei, weil ich auch immer durchgekommen bin mit vielen Delikten und milde Strafen erhalten habe. Trotz der Straftaten (Körperverletzung mit einer Dachlatte wurde ich freigesprochen).Ich dachte, ich wäre unantastbar. Wenn ich noch weiter darüber nachdenke, stellt sich heraus, dass das negativ Gutachten mein Leben bestimmt. Bei der Fahrerflucht habe ich impulsiv gehandelt, aus Egoismus. Ich dachte sofort: "Mist, die Flaschen liegen in meinem Auto und ich verliere den Job und bin dann praktisch nichts wert!"
 
joar.. das war halt mächtig viel Oberflächengeblubber - Überschriften ohne echte Inhalte.
Das wär Dir hier auch um die Ohren geflogen :)

Genaueres kann ich erst sagen, wenn ich die verkehrsrechtlichen Punkte der alten MPU kenne - denn das ist die Basis der neuen MPU.
Wir können das Ganze hier nochmal neu aufrollen...
Die "fortgeschrittene Alkoholproblematik" der alten MPU war eine A3? Du bist da mit der Idee "risikoarmer Konsum" rausgegangen?
 
im alten gutachten steht Im vorliegenden fall bedeutet dies festzustellen, ob ich Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit vorliegen
und dann das hier: aber nix von A3

• Die frühere Alkoholproblematik, die die bekannte Vorgeschichte wesentlich mit bedingt hat, ist zwischenzeitlich überwunden worden.
• Die frühere Drogenproblematik, die die bekannte Vorgeschichte wesentlich mit bedingt hat, ist zwischenzeitlich überwunden worden.

Die Regelforderung eines einjährigen Alkoholverzichtes bei Vorliegen eines schweren Alkoholmissbrauchs in der Vorgeschichte wird erfüllt.
 
Hey Grüße dich wenn du Hilfe brauchst ich bin auch aus Hagen und habe einen Alternativen weg zum TÜV-Nord gefunden drop mir ne PM oder ähnliches.
 
stell doch mal die alte MPU ein ... plus das Schreiben der FsSt zur aktuellen MPU-Aufforderung (Fragestellung, Vorwurf)
Die neue Fragestellung war allein eine verkehrsrechtliche?
Da hattest Du vllt eh Glück gehabt.
 
Damals, im Jahr 2014, bestand Drogen- und Alkoholkonsum.
Ist zu erwarten das ich unter dem Einfluss von substanzen Auto fahren werde.

Heute, im Jahr 2026, wird gegen verkehrsrechtliche und strafrechtliche Bestimmungen verstoßen.
Einmal eine Alkoholfahrt mit 0,9 Promille.
Außerdem einen Geschwindigkeitsverstoß.
und eine Fahrerflucht.

So steht es in dem Schreiben der Führerscheinstelle.
 

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ah ok.. mehr als 10 Jahre nach der letzten MPU. Glück gehabt.
Die darf dann nicht mehr verwertet werden, die ist raus aus den Akten.

Nur mal am Rande: du bist vermutlich mit einer Abstinenzentscheidung auch für Alkohol aus der alten MPU gegangen?
Was wir hier dann sehen (aber nicht der Gutachter): Du konntest Deinen Weg nicht einhalten. Das hinterlässt vollkommen automatisch "ein Geschmäckle". Am besten, wir vergessen das auch ganz schnell^^

Wie siehts aus? Magst Du nochmal komplett aufrollen?
Dann würde ich zum Fragebogen einladen und wir zerlegen Dich nach allen Regeln der Kunst :p :


 
In der Akte steht leider das alte Gutachten, ich habe keine Ahnung, warum. Die Führerscheinstelle sagte mir jedoch, dass es ihnen egal sei, weil es so lange her war. Deswegen nur die Fragestellung, wie beschrieben
 
Ich hatte auch freiwillige Abstinenzbelege bei der jetzigen MPU gemacht. Da sagten sie mir, das wäre überhaupt nicht nötig gewesen, ich hätte mehr gemacht, als verlangt wurde.
 
Ja, es ist mir eigentlich egal, ob das drin ist. Ich möchte die MPU auf dem richtigen Weg bestehen. Ich habe mich in diesem Jahr schon massiv geändert, weil ich erkannt habe, dass sich das irgendwie wie ein roter Faden durch mein Leben zieht und das will ich nicht mehr.

Seit dem Vorfall 2021 mit der Alkoholfahrt lebe ich wieder abstinenz, weil ich fälschlicherweise gedacht habe, ich könne kontrolliert trinken, was ja nicht der Fall war
 
ok, dann hau rein.
Ich sags gleich: manche von uns konfrontieren Dich zuweilen unerbittlich mit den potentiellen Gedanken eines arg skeptischen Gutachters - das musst Du aushalten können^^
Wenn Du DA dann durchkommst, sollte das dann auch in der MPU klappen ;)
 
Geben Sie uns bitte bei Ihren Antworten auch eine kurze Übersicht über Ihre Kindheit und Jugend.
Z.B.: Wo (Deutschland/Ausland), wie (auf dem Land, in der Stadt), bei wem (Eltern, Großeltern) aufgewachsen? Schulbesuch bzw. -abschluss? Heimaufenthalte? Berufsausbildung? Berufstätig, arbeitslos, arbeitssuchend? Bereits inhaftiert gewesen?

Ich hatte eine tolle Kindheit in Deutschland bei meinen Eltern, habe meinen Realschulabschluss gemacht und anschließend eine Ausbildung zum Industriemechaniker mit dem Schwerpunkt Maschinen- und Systemtechnik im Bereich Maschinenbau mit Montage im Ausland abgeschlossen.

Nach zehn Jahren bin ich ins Qualitätswesen gewechselt und habe mich dort bis zum internen Auditor weitergebildet. Die letzte Weiterbildung war im Jahr 2022 als Sicherheitsbeauftragter.

Seit Februar dieses Jahres bin ich arbeitslos. Ich sollte das QM-System übernehmen, aber da der Ausgang der MPU ungewiss ist, haben wir uns entschieden, uns zu trennen, damit sie noch jemanden einstellen können, der eingearbeitet werden kann, weil der Leiter in Rente geht. Ich habe ehrlich kommuniziert, dass es unternehmerisch besser sei, wenn man mich ersetzen würde. Das wurde auch durch eine großzügige Zahlung und ein gutes Arbeitszeugnis beantwortet.

1) Bitte beschreiben Sie möglichst genau, wodurch Sie in der Vergangenheit aufgefallen sind
(Jedes Delikt bitte einzeln, mit Datum angeben):

TZ 03.08.2002 Samstag Körperverletzung mit THC 0,0521mg/l und Alkohol 1,22 o/oo 1.15 Uhr

TZ 31.05.2003 Samstag Trunkenheit im Verkehr mit Unfall 1,39 o/oo 0:25 Uhr

TZ 15.06.2007 Freitag Sachbeschädigung keine Daten mehr vorhanden

Letzte Mal Alkohol 04.02.2008 Rückfall ende 2018 – 11.06.2021 Abstinenz

Letze Mal Drogen 2011 - 2012 Silvester Rückfall ca.19.03.2017 – 27.03.2017 Drogenfrei

MPU 2014 Entscheid positiv

Scheidung 2016 – 2017 Für mich der Auslöser

TZ 23.06.2016 Donnerstag 16:30 Uhr Gefährliche Körperverletzung (Verfahren eingestellt) Ex-Freund von Ex-Frau Einstellung §154 Abs.1

TZ 28.03.2017 Dienstag 9:00 Uhr Gefährdung durch Fahren unter Einfluss berauschender Mittel (Zug-Unfall) Urteil: fahrlässige gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr in Tateinheit mit fahrlässiger Trunkenheit (Cannabis THC Wert 2,1 μg/l (3 Joints in 2 Wochen)

TZ 10.06.2021 Donnerstag ca. 23:25 Uhr Donnerstag Essen mit Verwandet 5 große Bier getrunken Atemalkoholkonzentration v. 0,45mg/l (0,9 Promille) Urteil ohne Gericht 1 Monat FS-Entzug v.01.07.22-31.07.22 500€ 2 Punkte

TZ 07.10.2021 Donnerstag ca. 23:15 Fahrerflucht 23:15 Uhr beim Ausparken von einem Schotterparkplatz habe ich die Seite eines PKW berührt das aber durch meine Wut Streit mit dem besten Freund nicht wahr genommen. Keine Anzeige man kannte sich Polizei dazu geholt und das geklärt.

TZ 04.07.2024 Donnerstag 15:40 Uhr Geschwindigkeitsüberschreitung außerhalb geschlossener Ortschaften um 34km/h Soll 80k/km/h ist 114 km/h 1 Punkt 200€

TZ 23.11.2024 Samstag Fahrerflucht 22.15Uhr (FH-Entzug per Strafbefehl) 3 Punkte




2) Welche Gedanken (Überlegungen) hatten Sie bei den jeweiligen Taten?


Nach der MPU 2014 Die Gutachterin hat Fragen gestellt zu diesen Themen zu den Delikten davor hat sie nichts wirklich wissen wollen.

2016: Körperverletzung völlig nüchtern

Ich war so beschämt und aufgewühlt, weil der Neue meiner Exfrau mich öfter angeschrieben hatte. Wir hatten uns sehr massiv beleidigt. Dadurch habe ich mich wirklich schlecht gefühlt und war sehr aggressiv und emotional am Boden. Ich wollte nicht einsehen, dass wir uns getrennt haben. Nach einem weiteren Schreiben von dem Typen habe ich den Entschluss gefasst, ihm gegenüberzutreten. Ich habe ihn dann mit einem Kantholz verprügelt. Ich muss sagen, danach ging es mir besser, weil ich meine Aggressionen an ihm rausgelassen habe und ich mir wieder vorkam wie ein Mann. Rückblickend war das natürlich der falsche Weg und ich froh bin das er keine bleibenden Schäden hatte. Ich habe mich während der Scheidung zurückgezogen und bin in alte Verhaltensmuster gerutscht. Ich konnte nicht mit der Situation umgehen. Weil ich zu diesem Zeitpunkt Gefühlsmäßig echt am Boden war und keine Strategie hatte wie ich in so einem Fall (Scheidung) damit umzugehen habe. (Freispruch, weil ich in einem anderen Verfahren (Der Zugunfall) mit einer höheren Strafe rechnen sollte und man mir nicht das Leben verbauen wollte.)



28.03.2017 Gefährdung durch Fahren unter Einfluss berauschender Mittel (Zug-Unfall) Urteil: fahrlässige gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr in Tateinheit mit fahrlässiger Trunkenheit THC Wert 2,1 μg/l

Da ich am Abend zuvor einen Joint geraucht hatte, habe ich am Tag des Unfalls überhaupt nicht nachgedacht, weil ich angenommen habe, dass ich völlig klar bin. Da ich die Wirkung aber letztlich unterschätzt habe, hatte ich erst hinterher bei Gericht die Erkenntnis, dass man auch in der Ausschleifphase zu unüberlegten Handlungen neigt oder Fehlentscheidungen treffen kann.



10.06.2021 Donnerstag Donnerstag Essen mit Verwandet 5 große Bier getrunken Atemalkoholkonzentration v. 0,45mg/l (0,9 Promille) Urteil ohne Gericht 1 Monat FS-Entzug

Eigentlich wollte ich hier nur ein Bier trinken. Da ich mich aber so fit und gut gefühlt habe, habe ich noch eines getrunken. Ich hatte mir nämlich vorgenommen, ein paar Stunden zu bleiben, und der Alkohol würde sich schon wieder abbauen. Es kam jedoch anders: Nach dem zweiten 0,5-Liter-Bier hatte ich die Hemmschwelle überschritten. Ich war so in die Gespräche vertieft, dass ich noch drei weitere 0,5-Liter-Biere getrunken habe. Da ich mich gut gefühlt habe, bin ich bewusst ins Auto gestiegen und nach Hause gefahren. Auf dem Parkplatz wurde ich dann von der Polizei kontrolliert. Ergebnis: 0,9 Promille. Mir ist klar geworden, dass ich Alkohol nicht kontrolliert trinken kann, da sich schleichend eine Alkoholtoleranz aufgebaut hatte und ich schon längst die Kontrolle verloren hatte.



04.07.2024 Geschwindigkeitsüberschreitung außerhalb geschlossener Ortschaften um 34km/h Soll 80k/km/h ist 114 km/h

Ich bin generell gerne schnell gefahren und habe die Risiken für mich und andere ausgeblendet. Ich sei ja ein guter Autofahrer. Da ich schon öfter geblitzt wurde und die Strafen einfach bezahlt habe, ohne dass Konsequenzen daraus entstanden sind, habe ich mich ganz normal gefühlt. Erst als es geblitzt hat, habe ich gemerkt, dass ich zu schnell war.



Fahrerflucht 23.11.2024

An diesem Tag habe ich einen Freund und seine Frau zu einer Veranstaltung gefahren. Da ich mich als Fahrer angeboten hatte, haben meine Mitfahrer Kümmerlinge im Auto getrunken und bei Aussteigen im Auto gelassen. Mir ist das in dem Moment nicht aufgefallen, weil ich ja eh nicht trinke. Dann kam es zu einem Unfall mit einer Laterne. Als ich die Pinnchen überall sah, habe ich direkt Panik bekommen. Mein Job ist weg, der Firmenwagen auch. Keiner glaubt mir wegen meiner Vorgeschichte. Ich muss hier schnell weg. Ich war am Zittern und mein Herz ist fast explodiert. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ich habe die Pinnchen aus dem Fenster geschmissen, direkt neben dem Auto (völlig unlogisch), und bin dann vor der Situation zu Fuß geflüchtet. Ich habe mich dann bei einem Kollegen niedergelassen und war völlig aufgelöst. Erst am nächsten Tag habe ich Reue empfunden und wusste, dass ich Mist gebaut hatte. Ich habe meinen Anwalt angerufen und er meinte, ich solle sofort zur Polizei gehen und mich stellen. Anschließend ist mir eine Last von den Schultern gefallen. Es war pure Erleichterung.



3) Haben Sie bereits (Vor)Strafen erhalten? Wenn ja, welche?

Trotz dieser Vergehen bin ich nicht vorbestraft. Ich habe kein Vorstrafen in meinem Führungszeugnis.

4) Sofern es (Vor)Strafen für Sie gab -
Was meinen Sie, warum konnten Sie aus diesen Strafen nichts lernen?

-

5) Gab es noch andere (aktenkundige) Auffälligkeiten (auch ältere)?
Ja vor der MPU 2014

6) Wenn es mehrere Delikte waren:
Was denken Sie, warum sind Sie so häufig aufgefallen? Was hat das mit Ihnen selbst zu tun?
Ich habe damals nur die Symptome behandelt und mich nie wirklich mit mir selbst auseinandergesetzt. Ich habe geglaubt, dass alles gut wird, wenn ich den Alkohol weglasse, die Drogen weglasse und den Freundeskreis ändere. Aber erst nach der Fahrerflucht habe ich mich mit mir selbst beschäftigt und mich praktisch selbst auditiert. Ich habe erkannt, dass ich immer zu impulsiv und unüberlegt gehandelt habe, wenn ich unter Stress stand oder aus Emotionen heraus. Außerdem war es für mein Ego so, dass ich geglaubt habe, ich schaffe das alles schon alleine und bräuchte keine Hilfe von außen, ich sei ja ein Mann. Mir haben richtige Strategien gefehlt, wie ich in stressigen Situationen richtig reagieren kann. Zusätzlich hatte ich kein System, mit dem ich schon im Vorfeld hätte erkennen können, dass es brenzlig wird. Dadurch hat mir die Zeit gefehlt, eine überlegte Entscheidung zu treffen.



Noch dazu kommt, dass ich mich schleichend daran gewöhnt hatte, gegen Regeln zu verstoßen, weil ich immer gemeint hatte, ich sei perfekt und unantastbar. Ich schaffe das schon, dachte ich, was das Kontrollieren des Autos bei hohen Geschwindigkeiten angeht.

7) Wenn Sie an einem Kurs (z.B. einem AAT) teilnehmen/teilgenommen haben:
Was haben Sie daraus für sich mitgenommen?
Ich bin am 05.08.2005 zu Verkehrspsychologen gegangen, um mein Verhalten bzw. meine Aufarbeitung von ihm bestätigt zu bekommen und ggf. zu intensivieren (noch bevor ich überhaupt wusste, dass ich eine MPU machen muss; das habe ich erst im Dezember erfahren).

Hier haben wir mein Regelverstoß intensiv aufgearbeitet und meine Einstellung dazu. Bei den anderen Punkten meinte er, dass meine Aufarbeitung wirklich gut sei und er selten so etwas gesehen hätte. Das hat mir natürlich wieder ein gutes Gefühl gegeben.

Wir sind noch mal alle Punkte durchgegangen und haben die Aufarbeitung intensiviert. Er meinte, ich rechtfertige mich oft, das sollte ich besser abstellen. Außerdem meinte er, ich würde nicht so gut über Gefühle sprechenn bzw. reden kann. Das habe ich gelernt (denke ich).

8) Wie bewerten Sie selbst Ihr Verhalten in der Vergangenheit und was war Ihrer Meinung nach der Grund dafür?

Ich bewerte mein Verhalten von damals als rücksichtslos und egoistisch. Ich stand über den Regeln und Gesetzen. Ich hatte damals kein ausgeprägtes Problembewusstsein und habe Regeln eher als Hindernis gesehen. Für mich haben sich die Grenzen immer mehr im privaten Bereich verschoben. Außerdem habe ich mich selbst überschätzt und aus Emotionen heraus gehandelt, was dann zu impulsiven Entscheidungen geführt hat. Der Grund dafür liegt bei mir klar in der Bewältigung und dem Umgang mit emotionalem Stress sowie der fehlenden Strategie, wie ich in gewissen Situationen nicht impulsiv handle. Außerdem ist mein Ego ein großer Teil davon und ich habe Probleme eher verdrängt oder erst gar nicht wahrgenommen.


9) Welchen Sinn sehen Sie in den Gesetzen und den Verkehrsbestimmungen?

Heute weiß ich, dass Gesetze und Regeln dazu dienen, andere und mich zu schützen und davor bewahren, schwerwiegende Fehler zu begehen. Ohne Gesetze würde Chaos herrschen.

10) Welche Veränderungen hat es seit der letzten Auffälligkeit bei Ihnen gegeben?

Ich habe mich intensiv mit mir selbst auseinandergesetzt und an meiner Impulsivität gearbeitet, indem ich heute Stopp-Regeln nutze. Ich erkenne heute frühzeitig Gefahren und kann dementsprechend dagegensteuern. Außerdem spreche ich mit meiner Exfrau (heute beste Freunde) und Freunden über Probleme und fresse sie nicht mehr in mich hinein. Ich weiß, dass man Hilfe annehmen kann und ich das nicht alleine machen muss. Zusätzlich weiß ich, dass ich niemandem etwas beweisen muss bzw. mir selbst beweisen muss, dass ich das alleine schaffe oder schnell fahren kann, weil ich gedacht habe, ich sei so ein toller Fahrer. Ich habe mich damals über materielle Dinge definiert, mein Ego stand im Vordergrund. Heute sehe ich das anders. Es ist zwar noch da, aber im genügenden Maße. Ich muss nicht mehr schnell fahren oder Regeln brechen um mich zu definieren oder Stress abzubauen.


11) Wie wollen Sie sicherstellen, dass Sie nicht erneut auffällig werden?

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nirgends, aber ich habe heute klare Regeln, an die ich mich halte, und Strategien, die ich täglich anwende. Auch wenn es mal schwierig wird, handle ich nicht unüberlegt und impulsiv. Sollte ich merken, dass ich damit nicht weiterkomme, würde ich mit Freunden etc. darüber sprechen. Ich merke schon frühzeitig, wenn ich emotional werde oder Gefühle wie Angst, Gier, Trauer oder Stress auftreten. Dann kann ich durch Veränderungen gegensteuern. Außerdem befinde ich mich derzeit in einer sehr stressigen Situation: Ich bin arbeitslos, mein Vater ist schwer krank und ich habe meinen Führerschein verloren. Trotzdem halte ich an meinem neuen Ich fest und bin überzeugt, dass ich das auch zukünftig im Straßenverkehr umsetzen werde.



12) Haben Sie noch etwas hinzu zufügen?

Ich habe mein Verhalten damals verstanden und die Ursache dafür erkannt. Heute habe ich klare Regeln und Strategien, die ich im Alltag anwende und danach lebe. Außerdem möchte ich wieder ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft sein und ein Vorbild für meinen Sohn.
 
Fragen des Gutachters zu verkehrsrechtlichen Delikten:

Allgemeine Fragen

1. Wie viele Verstöße hatten sie?

3

2. Was waren das für Verstöße?

Fahren unter Alkoholeinfluss

Geschwindigkeitsverstoß

Fahrerflucht

3. Wann waren diese Verstöße und in welchem Zeitraum fanden diese statt? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-um so genauer, um so besser)

10.06.2021 Donnerstag ca. 23:25 Uhr Donnerstag Essen mit Verwandet 5 große Bier getrunken Atemalkoholkonzentration v. 0,45mg/l (0,9 Promille)

04.07.2024 Donnerstag 15:40 Uhr Geschwindigkeitsüberschreitung außerhalb geschlossener Ortschaften um 34km/h Soll 80k/km/h ist 114 km/h

23.11.2024 Samstag Fahrerflucht 22.15Uh

4. Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?

Ich habe es damals nicht als Problem gesehen. Ich habe beispielsweise den Alkohol gestrichen oder die Strafe einfach gezahlt. Damit war das für mich erledigt. Erst durch die Fahrerflucht ist mir bewusst geworden, dass ich ein grundlegendes Problem habe. Daran habe ich gearbeitet.

5. Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?

Bei beiden Alkoholfahrten habe ich mich gut gefühlt und nicht über die Risiken und Gefahren nachgedacht. Ich war vom Alkohol benebelt und habe alles ausgeblendet.

Beim Geschwindigkeitsverstoß habe ich mich auch gut gefühlt. Ich war weder gestresst noch in Eile. Ich bin gerne schnell gefahren und habe auch hier ohne den Zusatz von Mitteln die Gefahr für mich und andere ausgeblendet. Ich habe gemeint, dass ich alles im Griff habe und nichts passieren kann.

Als ich die Pinnchen gesehen habe, bin ich sofort in Panik verfallen. Ich dachte, ich würde alles verlieren und wäre nichts mehr wert. Ich habe gezittert und mein Herz war fast am Explodieren. Meine Emotionen in dieser Situation haben mein rationales Denken völlig geblendet. Ich kann nicht genau sagen, wie ich mich gefühlt habe, da ich einfach nur noch aus der Situation wegwollte. Ich war mit mir selbst überfordert.

6. Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?

Es hätten Menschen verletzt oder sogar getötet werden können

7. Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?

Ich dachte, ich wäre ein toller Autofahrer und hätte alles unter Kontrolle. Ich meinte, ich sei der Beste. Mir passiert schon nichts. In Wirklichkeit hatte ich gar nichts unter Kontrolle und habe die Gefahren für andere und mich ausgeblendet. Man kann sagen, es war katastrophal.

8. Woran lag es das sie keinen Unfall hatten?

Ich hatte ja einen Unfall bei der Fahrerflucht aber bei den anderen Regelverstöße war es einfach nur reines Glück

9. Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?

Weil ich es damals nicht als Problem gesehen habe, wollte ich mir nicht eingestehen, dass ich ein grundlegendes Problem mit mir selbst habe. Damals habe ich immer nur die Symptome beseitigt und geglaubt, jetzt sei alles gut.


10. Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?

Ich habe die Strafe bezahlt und bin erst einmal langsamer gefahren. Das habe ich aber schon nach kurzer Zeit wieder vergessen und bin weiterhin mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren.

11. Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?

Bezahlt und abgehackt

12. Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?

Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Erst als ich den Brief von der Führerscheinstelle bekommen habe, habe ich gesehen, dass ich 6 Punkte habe.

13. Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?

Weil ich damals immer nur die Symptome entfernt habe, aber die eigentliche Ursache für mein Verhalten, mein impulsives Verhalten, gespickt mit Egoismus und fehlendem Regelbewusstsein, nicht hinterfragt habe. Ich hatte damals keine richtige Strategie, wie ich damit umgehen sollte.

14. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?

Ja, den gibt es. In der Zeit der Scheidung bin ich in alte Verhaltensmuster gerutscht. Ich habe mich geschämt, dass gerade mir das passiert ist, und habe mich zurückgezogen. Ich habe mir Glück gesucht, um ein tolles Gefühl zu erhalten, in Form von Frauen, Urlaub und schnellem Fahren. Die Problematik zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.

Fragen nach Änderungen gegenüber früher

15. Wie lauten ihre Vorsätze heute?

Heute halte ich mich konsequent an Regeln und habe meine Gefühle sowie meine Emotionen im Griff. Ich lasse sie zu, handele aber heute bewusst und kann damit umgehen. Außerdem nehme ich heute Hilfe an, wenn es brenzlig wird, und halte mich an meine Strategien. Ich hinterfrage mich täglich, wieso ich jetzt wütend bin oder den Drang verspüre, zu schnell zu fahren. Dann handle ich, indem ich mir selbst sage: „Nein, das machst du jetzt nicht so. Vernünftig und klar, ich bin Vater und muss ein Vorbild sein.” Das bestärkt mich in meinen Vorsätzen, Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen.


16. Was ist daran anders?

Damals habe ich mich der Verantwortung entzogen und mein Ego über alles gestellt. Außerdem habe ich Emotionen und Gefühle wie Wut und Scham so stark zugelassen, dass sie zu impulsiven Handlungen geführt haben. Ich habe falsche Entscheidungen getroffen, indem ich Regeln verharmlost und mich immer weiter zu meinen Gunsten gedreht habe. Ich hatte keinen Plan, wie ich mit Stress oder den negativen sowie positiven Gefühlen richtig umgehen sollte.

17. Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?

Ich sehe Regeln heute als notwendig an, da sie mich und andere Menschen schützen. Außerdem merke ich schon frühzeitig, wenn Emotionen oder Gefühle auftreten. Das mache ich automatisch genauso, wie ich meine Regel, das Innehalten, schon im Unterbewusstsein anwende. Außerdem habe ich Verantwortung meinen Mitmenschen gegenüber und bin auch Vater, der als Vorbild agiert. Ich könnte mir nicht verzeihen, wenn ich durch unüberlegtes Handeln so massive Fehler machen würde. Die Enttäuschung wäre auch sehr groß. Aus diesem Grund bin ich überzeugt davon, dass ich mein neues Ich weiterhin beibehalten werde und mich auch im Straßenverkehr verantwortungsvoll verhalten werde.

18. Was hat sich ansonsten bei ihnen geändert?

Ich bin im Großen und Ganzen viel ruhiger geworden, handle bewusster und treffe klarere Entscheidungen. Außerdem treibe ich Sport, um Stress abzubauen, und fahre viel Fahrrad. Zusätzlich habe ich neue Hobbys, die ich täglich mit meinem Sohn ausübe. Gelegentlich spiele ich zur Entspannung ein PC-Spiel. Momentan helfe ich Freunden beim Hausbau und meiner Exfrau bei ihrer Selbstständigkeitsgründung.

19. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?

Meine Einstellung ist, dass man sich im Straßenverkehr an Regeln halten muss, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Außerdem muss man für sein Handeln Verantwortung übernehmen.

20. Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?

Man sollte nicht wütend oder unter dem Einfluss anderer Gefühle ins Auto steigen und losfahren, sondern erst einmal klare Gedanken fassen, um keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darzustellen. Im Straßenverkehr muss man immer 100% konzentriert sein und auch mit Fehlern andere rechen

21. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum Scheitern bringen?

Wenn ich mich nicht an meine Strategien und Systeme halte, wieder unüberlegt und impulsiv handle oder zum Alkohol greife, dann sind die Gefahren für mich und andere groß. Mein Ego würde wieder groß werden und ich würde glauben, alles alleine schaffen zu können. Das würde dazu führen, dass ich wieder versuche, meine Probleme mit mir selbst auszumachen. Das wären Gründe, wieso die Vorsätze scheitern könnten.

Grundfragen auf die die obigen Fragen hinauslaufen und die der Gutachter bei einer MPU wegen Verkehrsverstößen mit „JA“ abhaken muss:

1. Hat der Proband die schwere und das Ausmaß seines früheren Fehlverhaltens im Verkehr erkannt?
2. Hat sich der Proband mit den Ursachen seines früheren Fehlverhaltens auseinandergesetzt?
3. Hat der Proband den glaubhaften, nachvollziehbaren Entschluss gefasst, etwas grundlegend zu ändern?
4. Gibt es genügend Hinweise darauf, dass es dem Probanden auf Dauer gelingen wird?
 
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