Führerscheinentzug wegen ADHS-Medikamente und Nachschieben eines Altfalls aus dem Jahr 2021 mit Kokainwerten, von denen ich nichts wusste

Sunflowerunicorn

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,

Ich, w, 37 bin komplett psychisch an Ende...

Ich möchte meinen Fall hier schildern und würde mich über Einschätzungen und ähnliche Erfahrungen freuen. Ich versuche, alles möglichst sachlich und chronologisch darzustellen.

Aktueller Vorfall (Oktober 2025)
Ich befinde mich seit Jahren in ärztlicher Behandlung wegen ADHS und PTBS.
Bis Oktober 2025 wurden mir Cannabis (medizinisch) und Lisdexamfetamin verordnet.
Mitte Oktober 2025 war ich bei meiner behandelnden Ärztin. In diesem Termin haben wir gemeinsam entschieden, Cannabis vollständig abzusetzen, da Lisdexamfetamin mir so gut hilft, dass ich abends kein Cannabis mehr zum Einschlafen benötige.
Auf dem Rückweg von diesem Arzttermin wurde ich in eine allgemeine Verkehrskontrolle geraten wegen Handy am Steuer (tut mir auch inzwischen Leid, die 100 Euro Bußgeldzahlung sehe ich auch ein). Was aber folgte, ist bis heute ein Alptraum:
Ich wurde nach Betäubungsmitteln gefragt und habe angegeben, dass ich zwei Tage zuvor Cannabis konsumiert hatte, weil ich es ärztlich verschrieben bekommen habe. Die wollten einen Nachweis sehen. Hatte ich nicht, weil ja gerade ganz frisch besprochen wurde, dass ich Cannabis ja nicht mehr verschrieben bekommen habe.

Ich habe in der Situation nicht angegeben, dass ich Lisdexamfetamin einnehme (ADHS-Medikation).
Ich war sehr verunsichert und habe das schlicht nicht erwähnt, weil ich die Medikation bzgl. BTM gar nicht auf dem Schirm hatte.

Es kam zu einer Blutentnahme und die Führerscheinstelle meldete sich drei Wochen später nach dem Motto (ich fasse es in Normal-Deutsch zusammen): "Sie haben Amphetamine genommen!!!! Was fällt Ihnen ein! Sie sind eine Gefahr für die ganze Welt und absolut ungeeignet. Geben Sie Ihren Führerschein sofort ab, sonst könnte es ja sein, dass Sie nochmal zum Fahren verleitet werden!!!"

Die Blutwerte:
THC: 0,9 ng/ml
Amphetamine: 29 ng/ml

Ich habe die Fahrerlaubnisbehörde unmittelbar nach dem Erhalt des Entzugsbescheides telefonisch darüber informiert, dass es sich bei den Amphetaminen um ärztlich verordnetes Lisdexamfetamin (ADHS) handelt und denen meine Verordnungen per Email zugeschickt.

Daraufhin wurde mir per Email mitgeteilt:
Der Fall werde neu geprüft und
man werde sich unaufgefordert melden.
Intern sei ggf. eine Nachuntersuchung des Blutes vorgesehen.

Da jedoch Fristen liefen und keine Entscheidung kam, habe ich zusammen mit einer erfahrenen Verkehrsrechtsanwältin Klage und Eilantrag eingereicht.


Und als ob ich nicht schon genug traumatisiert wäre und sowieso schon am Rande des Zusammenbruchs stand, kam im Dezember irgendwann die Klageerwiderung der Gegenseite (inzwischen verfasst von Justiziariat der Behörde) mit der Aussage: "Also wir halten an unserer Verfügung fest. AUSSERDEM war die Dame im Jahr 2021 bereits auffällig. Es gab damals eine Polizeikontrolle und im Blut war Kokain und Cannabis zu finden".

Ich dachte nur:"BITTE WAS??????"

In diesem Rahmen bekam ich die Altakte zum erstem Mal zugeschickt. Halten wir fest, dass ich erstmalige im Dezember 2025 durch die Klageerwiderung der Gegenseite über folgende Werte informiert wurde, von denen die Fahrerlaubnisbehörde aber seit März 2021(!!!!!!) laut Akte wusste:

"Teilprobe 1 – Cannabinoide
Tetrahydrocannabinol (THC): 0,7 ng/ml
(Kalibrierung: 0,5–20 ng/ml | Grenzwert: 1,0 ng/ml | Überschreitung: Nein)
HO-THC: 0,5 ng/ml
(Kalibrierung: 0,5–20 ng/ml)
THC-COOH: 10,3 ng/ml
(Kalibrierung: 5–200 ng/ml)

Teilprobe 2 – Cocain
Cocain: nicht nachweisbar
(Kalibrierung: 5–500 ng/ml | Grenzwert: 10,0 ng/ml | Überschreitung: Nein)
Benzoylecgonin: ca. 7,6 ng/ml
(Kalibrierung: 10–1000 ng/ml | Grenzwert: 75,0 ng/ml | Überschreitung: Nein)
Ecgoninmethylester: 1,3 ng/ml
(Kalibrierung: 1–100 ng/ml)
Cocaethylen: nicht nachweisbar
(Kalibrierung: 1–100 ng/ml)
Zusatz aus dem Befund (wichtig für Einordnung im Forum)

Die in der Serumprobe festgestellten Substanzkonzentrationen sprechen für einen geringen bzw. zurückliegenden Konsum und dafür, dass zum Zeitpunkt der Blutentnahme nicht von einer akuten Wirkung ausgegangen werden kann."


Was ICH nach rund 5 Jahren rekonstruieren kann:
Ich kann mich an eine Polizeikontrolle erinnern, ja. Ich kann mich an eine Blutentnahme erinnern, ja. Ich kann mich auch erinnern, dass die Ermittlungen und das Bußgeld gegen mich eingestellt wurde. Aber die Werte bekam ich nie zu Gesicht. Die Fahrerlaubnisbehörde har sich nie gemeldet und ich bin fröhlich 5 Jahre lang im Außendienst täglich von Stadt zu Stadt gefahren und das nicht wenig!!!

Wie es überhaupt zu dem Kokainkonsum kam: Es war ein einmaliges Probieren. Ich befand mich damals in einer schwer depressiven Phase. Corona hatte mir den Job gekostet und mir war alles egal. Damals sah ich keine Perspektive mehr in meinem Leben. Ich kam dann mit einem Nachbarn zusammen, der Drogendealer war und 4 Tage vor der damaligen Polizeikontrolle hatte ich eine Mini-Line Kokain von ihm probiert. Aber ich merkte nichts besonderes und dachte mir ohnehin einige Monate später: "Weisst du was? Drogen lösen deine Probleme auch nicht!".
Seitdem nie wieder. Ich trennte mich auch von ihm im Juli 2021, arbeitete wieder und ging regelmässig zur Psychotherapie.

Meine Anwältin hat gesagt, die Behörde darf nicht nach fünf Jahren wegen einem nie verwerteten Altfall JETZT tätig werden. Ich habe mich zu dem Altfall bisher im Rahmen des aktuellen Verfahrens nicht geäussert und damals im Jahr 2021 keine Angaben gegenüber der Polizei gemacht. Meine Anwältin sagt, ich solle mich auch dazu nicht äussern. Die Behörde soll erklären, wieso es nie einen Enzugsbescheid dazu gab und sagte mir, dass der aktuelle Entzugsbescheid nur auf meine aktuelle Medikation bezogen ist. So hat sie es dem Gericht auch geschrieben.
Nachdem die Richterin des Verwaltungsgerichtes in Rahmen meiner aktuellen Klage gegen die Behörde die Akten des Altfalls und des Neufalls gelesen hat, hat sie zeitnah für den 29.1.2026 einen Termin zur Erörterung der Streitsache und Vergleichsverhandlungen angesetzt. Es ist zu mir durchgedrungen, dass Sie sich ein persönliches Bild von mir machen möchte. Meine Ärztin wurde von meiner Anwältin als Zeugin benannt und sie kommt sogar freiwillig mit, sollte das Gericht sie nicht laden. Sie sagt nämlich, dass die Behörde wirklich abartig schlecht gearbeitet hat und sie mich in allen Belangen unterstützen wird. Sie hat auch sämtliche Behandlungsverläufe zwecks der Lisdexamphetaminbehandlung an das Gericht geschickt.


Ich habe mich parallel so intensiv beraten lassen, wie es nur geht. Meine MPU-Beratung sagte, ich könnte je nach Richterin trotzdem zu 12 Monaten Abstinenz und MPU verdonnert werden wegen dem Altfall 2021. Der neue Fall wäre nachträglich nicht problematisch. Es könnte aber auch sein, dass ich zu einer amtsärztlichen Untersuchung muss bezüglich meiner Medikation und der dann nachprüft, ob ich überhaupt Probleme mit Drogen habe.
Meine Anwältin sagt wiederrum, es würde höchstens auf eine amtsärtzliche Untersuchung wegen Medikation hinauslaufen und ich müsste zeitnah vorher schon meinen Führerschein zurückbekommen.

Ich bin total verwirrt und habe massive Angst vor einer langen Abstinenzzeit und MPU. Nicht weil ich nicht abstinent sein kann. Wie gesagt: Die Kokain-Sache ist 5 Jahre her und ich habe ohne Wissen der konkreten Werte mein Leben in den Griff gekriegt. Ich bin eher unter Druck weil ich seit dem 1.1.2026 eine neue Arbeitsstelle angetreten habe und denen auf Dauer erklären müsste, wieso ich eventuell 1 Jahr lang keinen Führerschein haben werde. Bisher zeigen die Verständnis und sind froh, dass ich gute Arbeit mache. Die vier Autofahrten im Monat, die ich eigentlich übernehmen müsste, übernehmen andere Kollegen. Aber es kommt trotzdem komisch in der Probezeit.

Ich habe übermorgen schon einen Termin für eine Haaranalyse, um bei einer möglichen MPU schon sechs Monate safe zu haben, aber auch am 29.1. vor Gericht im Rahmen meiner Klage gegen die Führerscheinstelle belegen zu können, dass kein Kokainkonsum stattgefunden hat.

Ich bin seit Wochen so dermaßen angespannt und mir gehts einfach nur maximal mies, weil ich quasi keine klare Perspektive habe, was den Führerschein betrifft. Mir kann niemand wirklich genau sagen, wie es konkret weitergehen wird...

Deshalb wäre ich für jegliche Rückmeldung in diesem Forum dankbar!

LG
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann sachlich aus deinen Angaben kein rechtswidriges Vorgehen der Behörden erkennen.

Deine Informationen und / oder Schlußfolgerungen sind hingegen teilweise falsch.

Zum Beispiel (umgangssprachlich):

Auch wenn dir Rauschmittel verschrieben werden darfst du unter deren Einfluß nicht fahren. Das ist ähnlich wie beim Alkohol.

Die Behörden dürfen aus abgeschlossenen Altfällen zwar keine MPU mehr fordern. Wenn die aber noch in den Akten sind dürfen die bei Entscheidungen über aktuelle Vorkommnisse sehr wohl herangezogen werden, wenn ein Zusammenhang besteht. Die Auskunft deiner Anwältin ist zwar richtig, beschreibt aber eine andere Sachlage.

Ein Gericht entscheidet nicht über MPU und Abstinenz.
 
Auch wenn dir Rauschmittel verschrieben werden darfst du unter deren Einfluß nicht fahren.

Das ist richtig. Nur ist es bei ADHS-Medikation so, dass man quasi diese Medikamente bekommt, um fahren zu können. Da ist die rechtliche Lage so, dass nur bei Ausfallerscheinungen oder Medikamentenmissbrauch ein Führerscheinentzug droht. Bei mir wurde beides nicht festgestellt. Es gibt massig Menschen, die legal unter dieser Medikation fahren (dürfen) und sogar sollen. Ohne diese Medikamente wäre es sogar wirklich gefährlich, weil man sich nicht konzentrieren könnte.

Menschen die meine Medikation erhalten, müssen höchstens zu einem amtsärztlichen Gutachter und sich belegen lassen, dass alles gut läuft. Ich kenne solche Fälle.

Zum Altfall: Wie denkst du darüber, dass ich nie über diese Werte informiert wurde und der Fall nie abgeschlossen wurde, sondern lediglich 5 Jahre lang in der Akte lag? Bei den Werten finde ich es problematisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bis Oktober 2025 wurden mir Cannabis (medizinisch) und Lisdexamfetamin verordnet.
und

Ich habe mich parallel so intensiv beraten lassen, wie es nur geht.
Ich habe übermorgen schon einen Termin für eine Haaranalyse, um bei einer möglichen MPU schon sechs Monate safe zu haben, aber auch am 29.1. vor Gericht im Rahmen meiner Klage gegen die Führerscheinstelle belegen zu können, dass kein Kokainkonsum stattgefunden hat.
passt dies zusammen? Kann man 3 Monate nach Einstellung des Konsums bei den o.g. Werten schon eine saubere Haaranalyse machen?
 
und



passt dies zusammen? Kann man 3 Monate nach Einstellung des Konsums bei den o.g. Werten schon eine saubere Haaranalyse machen?
Um die Cannabiswerte mache ich mir keine Sorgen. Ich habe mein Medikationsplan von damals und mein Medikationsplan von letzter Woche eingepackt. Der "Haaranalyse-Mensch" meinte, dass die Werte dann sicher mit dem Medikationsplan zusammenpassen werden. Mir geht es bei der Haaranalyse um die Abwesenheit von Kokain, um die Argumente der Gegenseite zu entkräften. Denn Kokain wird sicherlich nicht nachweisbar sein. Meine Anwältin hat dem Gericht mitgeteilt, dasa ich seit Kenntnis der Werte aus dem Jahr 2021, die ich ja erst letzten Monat mitgeteilt bekommen habe, direkt proaktiv eine Haaranalyse veranlasst habe.
 
Sage mal, bist du der Meinung, dass dein Verhalten @joost gegenüber, der hier einer der fachlich versiertesten und engagiertesten User ist
( wobei ich das hier nur betone, dass du ihn jetzt nicht „motiviert“ hast, dir zu helfen; deine unterirdische Bemerkung im Nachbarthread wäre bei jedem Anderem genauso ein sehr deutliches Indiz für mangelnde Sozialkompetenz ) in irgendeiner Form angemessen ist ?

Sehr, sehr merkwürdig….
 
Sage mal, bist du der Meinung, dass dein Verhalten @joost gegenüber, der hier einer der fachlich versiertesten und engagiertesten User ist
( wobei ich das hier nur betone, dass du ihn jetzt nicht „motiviert“ hast, dir zu helfen; deine unterirdische Bemerkung im Nachbarthread wäre bei jedem Anderem genauso ein sehr deutliches Indiz für mangelnde Sozialkompetenz ) in irgendeiner Form angemessen ist ?

Sehr, sehr merkwürdig….
Wow. Jetzt wird ein Nebenschauplatz aufgemacht, mit der Hoffnung, dass ich jetzt schüchtern werde. Kann Joost nicht für sich selbst sprechen, Karl-Heinz?

1. Brauche ich keine Hilfe von Menschen wie Joost, die dafür bekannt sind, rumzustänkern.
2. Frage ich hier nach sinnvollen Erfahrungsberichten.
3. Dieses ganze "wir nehme Joost in den Schutz und versuchen hier weiter rumzustänkern" lasse ich gerne von den Mods analysieren und einordnen.
4. Wenn du nichts sinnvolles zu sagen hast zu meinem Thema, steht es dir frei, weiterzuziehen.
 
Och, egal, hier ist heute eh alles von merkwürdigen Zeitgenosse(n) zerschossen

Ich bezog mich auf das, was @Sunflowerunicorn im Nachbarthread über dich geschrieben hatte.
LG
Siehst du dich in der Lage,

1. zwischen unterschiedlichen Threads und realen Menschen zu trennen
2. Auf meinen Ursprungspost anständig zu antworten?

Alles anderen würde hier nämlich niemanden helfen und verunsichert jetzt schon die Leser. Das führt zu Unmut hier in diesem Forum.
 
Vielen Dank für die Einschätzungen einiger UserInnen bisher. Ich bin für jede weitere sachliche und themenbezogene Einschätzung dankbar.

Sollte es weiterhin UserInnen geben, die nichts vernünftiges beizutragen haben, erinnere ich daran, dass unser Meldebutton keine Dekorarion ist, sondern zu Prüfungen seitens der ModeratorInnen führt.
 
Würde ich dir auch raten
Sonst ?

Siehst du dich in der Lage,
2. Auf meinen Ursprungspost anständig zu antworten?
Ernsthaft ?
Funktioniert so etwas in deinem Leben ?
Erst beleidigen, dann um Hilfe bitten ?
Aber um deine geschlossene Frage zu beantworten:
Nö…

Vielen Dank für die Einschätzungen einiger UserInnen bisher. Ich bin für jede weitere sachliche und themenbezogene Einschätzung dankbar.
Sachlich und themenbezogen, mmh, lasse mich mal kurz überlegen…, vielleicht, wenn du damit anfängst ?

Sollte es weiterhin UserInnen geben, die nichts vernünftiges beizutragen haben, erinnere ich daran, dass unser Meldebutton keine Dekorarion ist, sondern zu Prüfungen seitens der ModeratorInnen führt.
Das ist nett, dass du uns das so wunderbar erklärst, aber da du mehrfach und massiv gegen die Forenregeln verstoßen hast, sind es nicht wir, die Konsequenzen zu befürchten haben.

Alleine die Drohung an @bernie reicht dafür schon, und das ist gut so !
 
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