In der Vorbereitung wurde jedoch gesagt, dass man die Antworten möglichst kompakt halten sollte, da es bei der Begutachtung nicht viel Zeit gibt.
So pauschal ist das nicht richtig.
Ich würde es gern ein wenig differenzieren.
Das merkt der GA sofort, wenn du nur kurz gehaltene Antworten gibt, insbesondere bei dem Motiv und den Vermeidungsstrategien, den Dreh- und Angelpunkten des psychologischen Gesprächs.
Merke grundsätzlich, mal so als Faustformel:
Wenn der GA nachhaken muss, schlecht !
Wenn der GA dich unterbricht, gut !
Es ist seine Aufgabe, das Gespräch zu lenken und zu leiten, es ist ja keine „Unterhaltung“…
Vielleicht noch mal so:
Eine gute psychologische Aufarbeitung sind 100%.
Im Gespräch bringst du ca. 25% ein.
( Die meisten Menschen mit einer positiven Prognose sind eher „enttäuscht“, weil sie gerne noch viel mehr erzählt hätten…)
Aber diese 75% in deinem Kopf, in deiner Seele strahlen dir aus jedem Knopfloch.
Der GA merkt also, dass er bei dir noch sehr viel tiefer gehen könnte, muss es aber nicht, sondern kann das Kriterium abhaken und weitergehen.
Bei einigen Fragen empfiehlt sich die Prämisse „kompakt“.
Denke an, „Wie oft haben sie…und
sind nicht aufgefallen ?“ oder „Wie oft waren Sie mit…?“
( So kannst du vielleicht auch besser meine kritischen Anmerkungen verstehen..

)
Auch dieses ständige, es täte mir ja so Leid, es sei verantwortungslos gewesen etc.
Davon geht der GA aus, sofern keine z.B. antisoziale Persönlichkeitsstörung vorliegt.
Wenn jemand also bei relativ, einfachen formalen Sachfragen ewig „herumschwafelt“, könnte ihm eher der Gedanke kommen, dass der Kunde vom Wesentlichen ablenken möchte..
Verständlich, lieber
@christ ?
Zusammenfassend:
Du bist auf einem wirklich guten Weg, und so langsam ergibt sich ein stimmiges Bild.
Großes Lob an dich, einfach ist nämlich nicht, das wissen wir !