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Negativ Gutachten verkehrs-/strafrechtliche Bestimmungen verstoßen wird

Moin Lupsky :smiley138:

mmh, du machst das ja hier nicht für mich, oder ?
Sorry, aber das klingt wie eine hingehudelte unliebsame Hausaufgabe…

Genau das, was du geschrieben hast, habe ich eben nicht gemeint.
Lies dir das, was ich gestern schrieb, noch einmal durch.

Und: Du machst das hier für dich, für deine MPU ;)
 
Guten Morgen zusammen,


nein, ich mache das für mich.
Aber anscheinend verstehe ich nicht mehr genau, was man von mir möchte.
Ich sitze zu Hause oder fahre Fahrrad, obwohl ich viel lieber mal mit dem Auto was unternehmen würde. Ich ärgere mich, was ich alles gemacht habe und mir dadurch viel verbaut habe in meinem Leben. Und das ist einfach scheiße.
Manchmal denke ich daran, alles abzubrechen, weil ich manchmal einfach nicht mehr weiterkomme. Ich stehe seit Wochen auf der Stelle. Und ja, es ist frustrierend und überfordernd zugleich.

Aber nein, ich gebe nicht auf, an mir zu arbeiten.
Mal habe ich einen Höhenflug, wo ich mir denke, Mensch, es läuft hier echt gut, und im nächsten Moment ist es genau umgekehrt.
Man gibt mir Aufgaben, die ich erledige, aber es reicht nicht. Wie schon oben gesagt: So langsam verstehe ich es nicht mehr. Vielleicht kann man es auch gar nicht verstehen.

Die Psyche und die Eigenschaften von einem Menschen kann man nach über 30 Jahren nicht einfach ändern, das weiß ich. Ich will mich auch nicht so krass ändern, weil ich dann nicht mehr ich bin. Nur die schlechten Eigenschaften oder die Gründe für explodierendes Verhalten frühzeitig zu erkennen und denen entgegenzuwirken, würde mir ja schon reichen – wo ich der Meinung bin, dass das auch gut funktioniert, ohne jedes Mal überhaupt an die MPU und so zu denken.



Viele Grüße,
Lupsky
 
Ich Versuch das mal zu erklären du beschreibst Situationen wie dein Verhalten früher und heute war/ ist.
Das ist schon mal gut. Es geht um mehr : welche Gefühle und Motive haben dich dazu gebracht früher so zu reagieren und wie fühlst du das heute - wie gehst du mit dem Gefühl um. Du beschreibst deine Reaktion. Da fehlt das „innere“

Und ja, es ist manchmal sehr mühselig, ein Schritt vor und dann doch wieder mal ein Schritt zurück zu machen. Das gehört zum Prozess der MPU. Ich glaube wir alle, die eine MPU gemacht und bestanden haben haben Minimum zwei entscheidende Dinge gelernt. Geduld und durchhalte Vermögen

Du schreibst hier :
  • Schwäche damals: Impulsivität / Tunnelblick bei Stress ➔ Stärke heute: Achtsamkeit und Selbstkontrolle (mein „Stopp-Lupsky-System“).
Wie hast du dir das erarbeitet woher kam die impulsivität, der tunnelblick und wie ist daraus Achtsamkeit und Selbstkontrolle geworden? Was ist das stop Lupsky System?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,


wie beschreibt man das am besten? Ich habe früher impulsiv gehandelt und diesen Tunnelblick bekommen, weil ich in den Momenten Angst hatte zu versagen oder mein Gesicht vor anderen zu verlieren.
Ich habe mich dann einfach zutiefst verletzlich und schwach gefühlt und habe sofort unüberlegt gehandelt, um diese Verletzlichkeit zu überspielen.
Genauso wie ich mich überlegen und stark gefühlt habe in anderen Situationen.

Das kam auch viel von früher, weil mein Vater mir unbewusst eingetrichtert hat, dass ich niemals versagen darf und Stärke zeigen muss.

Erarbeitet habe ich mir die Achtsamkeit durch die harten Schläge in meinem Leben. Als ich wegen der Unfallflucht meinen Job verloren habe und dann das negative Gutachten kam, ist meine künstliche König-Fassade komplett eingestürzt.

Mein „Stopp-Lupsky-System“ ist im Grunde kein wissenschaftliches Programm, sondern mein ganz persönliches, inneres Gespräch mit mir selbst.

Wenn ich mich heute verletzt, gefrustet oder angegriffen fühle – wie neulich auf dem Fahrrad oder beim Stress mit der Ex-Frau sowie die negative Kritik im Forum dann schießt der alte Ärger zwar kurz hoch. Aber heute halte ich diesen Druck im Bauch einfach aus.

In einem Bruchteil von Sekunden überlege ich ganz genau, was ich jetzt tue, bremse mich selbst aus und entscheide mich dann eben doch dazu, nicht loszubrüllen oder unüberlegt zu handeln. Ich sage mir dann: Reg dich nicht auf, Lupsky, das bringt dich nur wieder in Teufels Küche. Du musst niemandem mehr etwas beweisen.

Anschließend verschwindet der Druck im Bauch einfach wieder.

Ich mache heute einfach langsam und Schritt für Schritt.



Viele Grüße,
Lupsky
 
Hallo Lupsky, ich habe mir deine Tabelle jetzt genauer anschauen können. Ich gehe jetzt zuerst noch einmal nur auf die Tabelle ein, was ich an der Kritik berechtigt finde ist, dass deine Ausführung dort nach Allgemeinwissen, was sich gut anhört, aussieht. Dort ist die Tabelle noch ohne persönliches Leben und eigene Formulierungen ausgefüllt. Hier im Forum wird öfter der Ausdruck "da muss Fleisch an die Knochen" verwendet.
Sonst klingt nach dem, was der Gutachter hören will – wo ist der echte, ungeschönte Lupsky mit seinen Schwächen?

Das wurde dir aber in den weiteren Beiträgen auch schon genannt bzw. hast du in deinem letzten Beitrag nun auch konkrete Beispiele genannt.

Also würde ich nun die Tabelle mit echtem Leben füllen – genau mit den konkreten Situationen, die du bereits aufgeschrieben hast (Ex-Frau Telefon, Fahrrad im Wald, Arbeitslosigkeit/Existenzängste, Zocken). Das ist der Punkt, an dem aus „klingt gut“ echte, erlebte Veränderung wird.

Vorschlag für den nächsten Schritt:

Nehme deine 4 konkreten Alltagssituationen und baue sie klar und ehrlich in die Tabelle bzw. in eine ergänzende Liste ein. So wird sichtbar:
  • Was war der Auslöser?
  • Was wäre früher passiert?
  • Was hast du dieses Mal anders gemacht?
  • Wie hast du dich danach gefühlt?
Was ich auch noch wichtig finde ist, wie hast du diese Veränderungen erreicht, was war dein Prozess? Was hat hier den Unterschied ausgemacht? Wie gehst du mit Rückschlägen um? Was machst du wenn du emotional total überrascht wirst und dieser Stopp nicht rechtzeitig funktioniert? Hast du das vielleicht schon mal erlebt, dass er nicht greift und was hast du dann gemacht? Stell dir die Situation vor du sitzt im Auto und jmd. provoziert oder schneidet dich.
 
Hallo Julchen,
hallo zusammen,


danke für deine Rückmeldung, Julchen. Es freut mich wirklich sehr, dass meine konkreten Beispiele der richtige Weg sind.
Ich habe deine Fragen genommen und meine 4 Alltagssituationen genau danach aufgeschrieben, um das Ganze mit echtem Leben zu füllen
  1. Stress mit der Ex-Frau am Telefon
    Auslöser: Sie rief an, das Gespräch wurde laut und vorwurfsvoll.
    Früher: Ich wäre voll drauf eingegangen, hätte wütend zurückgeschrien und in den Verteidigungsmodus geschaltet.
    Dieses Mal anders: Ich blieb wirklich ruhig. Ich habe gesagt, dass wir später sprechen, und habe einfach aufgelegt. Als sie 10 Minuten später wieder anrief und es wieder laut wurde, habe ich das Gespräch erneut abgebrochen. Einen Tag später haben wir alles sachlich und in einem ruhigen Ton geklärt.
    Gefühl danach: Ich habe mich erleichtert gefühlt, weil ich mich nicht habe mitreißen lassen und ihr keine Angriffsfläche geboten habe.

  2. Fahrradfahren im Wald (Abgedrängt werden)
    Auslöser: Ein Autofahrer drängt mich auf der schmalen Straße im Wald heftig ab.
    Früher: Der Impuls schoss hoch, ich bin sofort explodiert und habe wütend Du Penner, kannst du nicht aufpassen?! hinterhergeschrien.
    Dieses Mal anders: Der Reiz loszubrüllen war kurz da. Aber ich bin einfach weitergefahren, habe tief durchgeatmet und mir im nächsten Moment im Kopf gesagt: Reg dich nicht auf, Lupsky! Der hat dich bestimmt nicht absichtlich übersehen, vielleicht hatte er einfach nur Stress.
    Gefühl danach: Der Druck im Bauch ist nach ein paar Metern einfach wieder verschwunden. Ich bin ganz ruhig weitergefahren.

  3. Frust durch Arbeitslosigkeit, Existenzängste und schwindende Kontakte
    Auslöser: Der alltägliche Druck. Keine Arbeit, Geldsorgen wegen Fixkosten und Unterhalt, und das Gefühl, durch die weite Entfernung Freunde zu verlieren.
    Früher: Ich habe mich massiv in die Probleme hineingesteigert. Ich wollte sofort im Akkord eine perfekte Lösung mit dem Kopf erzwingen, was mich innerlich aufgefressen hat.
    Dieses Mal anders: Ich halte diesen Frust heute einfach aus. Er ist nun mal da und ich kann die Situation gerade nicht von heute auf morgen ändern. Ich erzwinge nichts mehr. Dass manche Kontakte einschlafen, tut weh, aber ich akzeptiere es heute, statt mich reinzusteigern. Ich mache langsam, ohne Stress – nach dem Eichhörnchen-Prinzip.
    Gefühl danach: Es fühlt sich befreiend an, zu wissen, dass ich auch mal unperfekt sein darf und die Welt nicht sofort zusammenbricht, wenn ich mal feststecke.

  4. Zocken am PC
    Auslöser: Ich verliere bei einem schnellen Ballerspiel und es läuft einfach nicht.
    Früher: Ich habe mich total reingesteigert. Ich wurde wütend, nervös und habe den Frust unkontrolliert hochkochen lassen.
    Dieses Mal anders: Ich beobachte mich heute selbst genau. Sobald ich merke, dass ich unruhig oder genervt werde, mache ich das Spiel sofort aus. Ich wechsle dann lieber zu ruhigen Aufbauspielen oder Simulationen.
    Gefühl danach: Ich werde sofort wieder ruhig und kann ganz entspannt und ohne Hektik vor mich hin bauen.
Zu deinen weiteren Fragen, wie ich diese Veränderungen erreicht habe

Mein Prozess und der große Unterschied zu früher ist der brutale Weckruf durch das negative Gutachten im April und die Hilfe im Forum.

Meine künstliche König-Fassade ist komplett eingestürzt. Ich habe verstanden, dass hinter meiner großen Fresse und meiner Impulsivität früher eigentlich immer nur eine tiefe, panische Angst vor dem Versagen steckte, die mir mein Vater unbewusst eingetrichtert hatte.

Ich dachte immer, ich darf keine Schwäche zeigen und muss Stärke beweisen.
Heute lasse ich meine Schwächen und meine Existenzangst zu.

Ich schlucke den Druck nicht mehr runter, sondern rede offen mit meinen Eltern und meinen Freunden darüber.

Wenn ich emotional total überrascht werde und der Stopp mal nicht rechtzeitig funktioniert:

Da ich aktuell keinen Führerschein habe und kein Auto fahre, kann ich das für die Autobahn natürlich noch nicht final sagen. Aber ich kenne mein Muster heute. Wenn mir heute im Schreck des Moments auf dem Fahrrad doch mal ein Fluch über die Lippen rutscht, schaltet im exakt nächsten Moment mein Kopf ein. Ich bremse mich sofort selbst aus und denke mir: „Mensch Lupsky, was machst du da eigentlich? Das bist du doch gar nicht mehr. Der andere hat das nicht gegen dich persönlich gemacht.“ Ich nehme es nicht mehr als Angriff auf meine Ehre, atme durch und fahre ruhig weiter.
Für die Zukunft im Auto ist mein Plan deshalb ganz klar: Ich fahre gar nicht erst unter Stress los. Ich checke vorab den Verkehr und baue mir bei jeder Fahrt mindestens 20 Minuten Toleranzzeit ein. Wenn ich dann im Stau stehe oder geschnitten werde, kompensiere ich den Druck nicht mehr durch Rasen, weil ich die Zeit im Vorfeld schon eingerechnet habe. Ich erzwinge nichts mehr.


Viele Grüße,
Lupsky
 
Nun sind diese 4 Situationen klar strukturiert und mit echtem Leben gefüllt (Auslöser → Früher → Dieses Mal → Gefühl danach). Das ist schon etwas mehr „Fleisch an die Knochen“. Du beschreibst den inneren Ablauf und gibst zu, dass es noch ab un zu einen kurzen Impuls gibt. Diesen erkennst du. Das wäre sozusagen ein Frühwarnzeichen. Dann tief durchatmen (Skill) und umdenken. Kenne ich selber so aus meiner DBT-Therapie.
Du gibt zu, dass der Stopp noch nicht immer rechtzeitig greift. Da würde ich an deiner Stelle irgendwas in petto haben wollen, was du natürlich in ersten Linie für dich tust, aber auch dem Gutachter stolz präsentieren kannst.

Was ich als sehr angreifbar sehe, ist die Situation mit deinem Vater. Ich habe deine Geschichte jetzt nicht genau im Kopf, werde mir deinen Thread aber nochmal von Anfang an durchlesen. Ein Gutachter könnte nachhaken: Was genau hat der Vater gemacht/gesagt? Wie hat sich das angefühlt? Bei mir kam auch so eine Frage, da kam ich dann ins straucheln. Beginnt hier nicht dein roter Faden in deinem Lebenslauf?
Bei der Autosituation bleibt es zwangsläufig noch hypothetisch, weil du aktuell keinen Führerschein hast. Das ist ehrlich und daran würde ich auch nichts ändern. Aber ein Gutachter wird natürlich möglichst wissen wollen, ob deine neuen Strategien heute schon im echten Leben funktionieren. Deshalb finde ich deine Beispiele mit Ex-Frau, Fahrrad, Arbeitslosigkeit und Zocken so wichtig: Sie zeigen bereits jetzt, dass du mit Konflikt, Kränkung, Frust, Kontrollverlust und Stress anders umgehen kannst.

Bei den „20 Minuten Puffer“ würde ich mich außerdem auf eine Nachfrage vorbereiten: Was ist, wenn die 20 Minuten nicht reichen? Vollsperrung, wichtiger Termin, du bist trotzdem zu spät – was dann? Denn genau dann zeigt sich, ob die eigentliche Veränderung darin besteht, Unkontrollierbares heute aushalten zu können, ohne wieder in das alte Muster zu rutschen. Vielleicht wäre für dich auch eine kleine Skillkette hilfreich. Gerade für die Momente, in denen dein erster Stopp nicht rechtzeitig greift. Also nicht nur ‚ich atme tief durch‘, sondern mehrere Sicherungen hintereinander: Frühwarnzeichen erkennen → Stopp → körperlich runterregulieren → Abstand schaffen → Gedanken überprüfen/umbewerten → erst dann handeln. Welche konkreten Skills dabei zu dir passen (ob es überhaupt etwas für dich ist), müsstest du für dich ausprobieren. Wichtig ist, dass das keine reine MPU-Antwort ist, sondern etwas, das du tatsächlich im Alltag benutzt und von dem du dann auch aus eigener, gelebter Erfahrung erzählen kannst.

Ich stoppe jetzt erst mal hier und bin gespannt auf deine Reaktion....
 
Guten Morgen Lupsky,

irgendwie hat mich dein Punkt 3 mit der Arbeitslosigkeit doch noch weiter beschäftigt.

Ich greife da mal auf die 5 Säulen nach Petzold zurück. Die hatte ich damals in meiner MPU-Vorbereitung (Kufe) als Arbeitsgrundlage bekommen und fand das für mich ziemlich hilfreich. Tatsächlich in der MPU sehr gut angekommen. Und für mich eine große Hilfe und möchte ich dir gerne als kleines Denkgerüst geben.
Ganz einfach gesagt kannst du dir diese 5 Säulen wie das Fundament vorstellen, auf dem dein eigenes Leben steht: Körper/Gesundheit, soziale Kontakte, Arbeit/Leistung, finanzielle Sicherheit und Werte/Sinn.
Für die MPU bzw. Rückfallprophylaxe fand ich das deshalb hilfreich, weil du damit ganz gut sehen kannst, wo es in deinem eigenen Leben gerade wackelt. Wenn mehrere Säulen gleichzeitig ins Wanken geraten, wird der Druck natürlich größer und damit auch die Gefahr, wieder in alte Muster zu rutschen.
Und damit meine ich nicht nur einen Rückfall bei Alkohol oder Drogen. Das können genauso alte Verhaltensweisen sein: Du steigerst dich wieder total in etwas rein, reagierst impulsiv, gehst schnell hoch oder meinst, für alles sofort eine perfekte Lösung finden zu müssen.

Also ganz simpel: Nicht erst reagieren, wenn die Hütte schon brennt, sondern möglichst schon merken, wo es anfängt zu kokeln.

Du kannst dir das ein bisschen wie ein Haus vorstellen: Wenn eine Säule mal wackelt, bricht nicht gleich alles zusammen. Die anderen Säulen können einiges auffangen und dich weiterhin stabil halten.

Wenn aber mehrere Säulen gleichzeitig ins Wanken geraten oder sogar wegbrechen, wird die ganze Konstruktion instabil.

Wenn ich dein Beispiel mit der Arbeitslosigkeit nehme, wackelt bei dir ja gerade an mehreren Stellen gleichzeitig etwas: Arbeit, finanzielle Sicherheit und soziale Kontakte. Da kommt schon einiges zusammen.
Ich würde deshalb einfach mal schauen: Welche deiner 5 Säulen wackeln gerade? Welche stehen noch ziemlich stabil? Und vor allem: Was hält dich im Moment stabil?

„Ich halte den Frust heute aus“ ist für mich schon eine Veränderung. Ich würde aber noch einen Schritt weitergehen: Was machst du heute konkret, damit dir das alles nicht irgendwann über den Kopf wächst? Was stabilisiert dich? Bei dir wackeln gerade Arbeit, Geld und Kontakte. Was steht noch fest? Was gibt dir Halt? Woran würdest du merken, dass eine weitere Säule anfängt zu wackeln? Und was machst du dann?

Ich glaube, genau da kannst du aus deinem dritten Beispiel noch einiges rausholen.

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Hallo Julchen,
hallo zusammen,


danke für das tolle Feedback und das Modell mit den 5 Säulen! Das hilft mir als Denkgerüst, weil es genau meine aktuelle Situation auf den Punkt trifft.
Ich beantworte deine beiden Beiträge am besten in einem Rutsch, weil bei mir im Leben gerade alles zusammenhängt.
  1. Zur Situation mit meinem Vater und meinem roten Faden
    Der rote Faden beginnt genau in meiner Kindheit. Mein Vater war ein sehr strenger Mann, bei dem nur Leistung und Ergebnisse zählten. Sätze wie Ein Lupsky versagt nicht, Du musst stark sein oder Indianer kennt keinen Schmerz fielen ständig. Wenn ich Fehler gemacht habe oder schwach war, gab es harte Kritik oder verächtliche Blicke. Das fühlte sich für mich damals so an, als wäre ich als Sohn absolut nichts wert, wenn ich nicht perfekt funktioniere. Um diese Verletzlichkeit und die Angst vor seiner Ablehnung zu überspielen, habe ich mir später die Maske vom unfehlbaren König und die große Fresse zugelegt.

  2. Zu den 5 Säulen und meiner aktuellen Lebenssituation
    Du hast vollkommen recht:
    Bei mir wackeln gerade drei Säulen gleichzeitig ganz gewaltig – Arbeit/Leistung, finanzielle Sicherheit und soziale Kontakte (durch die Arbeitslosigkeit und weil sich Freundschaften durch die weite Entfernung auflösen). Früher wäre mein Lebenshaus bei so einem Druck komplett eingestürzt (denke ich). Ich hätte den Frust in mich hineingefressen, bis ich mit dem Kantholz explodiert wäre oder mich betäubt hätte.


    Dass mein Haus heute nicht zusammenbricht, liegt an den zwei Säulen, die heute bombenfest stehen und den Rest auffangen.

    Die Säule Gesundheit Ich lebe seit 6 Jahren konsequent abstinent. Ich fahre Fahrrad und mache Sport. Ich betäube mich nicht mehr. zusätzlich habe ich seit zwei Monaten aufgehört Zigaretten zu rauchen. Und bin körperlich Kerngesund

    Die Säule Werte & Familie Mein Wertesystem hat sich komplett gedreht. Ich muss kein unfehlbarer König mehr sein und mir reicht das Eichhörnchen-Tempo. Mein absoluter Halt im Leben sind heute meine Eltern (ja, auch mein strenger Vater). Wenn die Hütte brennt, mache ich das nicht mehr mit mir alleine aus. Ich gehe zu ihnen, ich rede offen über meine Existenzangst und lasse die Schwäche zu.
    Das stabilisiert mich heute real. Und ein ganz großer Punkt, der mir unglaublich viel Kraft gibt und mich stolz macht, ist mein Sohn. Er ist jetzt 18 Jahre alt, entwickelt sich einfach toll und ich bin unendlich stolz auf ihn. Diese Familie gibt mir den wahren Sinn im Leben.
Ergänzend für meine Struktur und Zukunft
Sollte es mit einer neuen Stelle im Qualitätsmanagement im Moment nicht klappen, habe ich einen klaren Notfallplan. Ich bin mir nicht zu schade, übergangsweise eine Tätigkeit anzunehmen, die nicht meinen Qualifikationen entspricht. Ich würde mich an die Maschine stellen oder zurück in den Maschinenbau gehen, um meine Existenz zu sichern. Parallel denke ich über eine Weiterbildung im Bereich Umweltmanagement nach, um mich breiter aufzustellen.

Und ganz ehrlich Ich habe mich auch mit dem Gedanken auseinandergesetzt, was passiert, wenn mein Plan fehlschlägt und ich den Führerschein jetzt nicht zurückerlange. Früher wäre ich vor lauter Versagensangst und Panik durchgedreht.
Heute weiß ich
Mein Leben, meine Abstinenz und mein Wert als Mensch hängen nicht an einem Stück Plastik. Wenn es fehlschlägt, ist das verdammt hart, aber ich bleibe trotzdem stabil. Ich fahre weiter Fahrrad, gehe meinen Weg im Maschinenbau weiter und erzwinge nichts mehr mit dem Kopf durch die Wand.

  1. Was ist, wenn die 20 Minuten Puffer im Auto mal nicht reichen? (z.B. Vollsperrung etc.)
    Wenn ich trotz Puffer wegen einer Vollsperrung zu spät komme, greift mein neues Denken: Ich akzeptiere, dass ich das Wetter oder Unfälle im Leben nicht kontrollieren kann. Früher hätte ich die Zeit durch blindes Rasen wieder versucht reinzuholen. Heute würde ich mir sagen: Lupsky, du stehst hier im Stau. Du kannst es im Moment nicht ändern. Ich nutze die Freisprecheinrichtung, rufe den Kunden etc. an, sage Bescheid, dass es später wird, und halte den Frust im Bauch einfach aus, bis er wieder verschwindet.

  2. Meine Notfall-Skillkette, wenn der erste Stopp mal nicht rechtzeitig greift
    Ich habe mir genau so eine Kette als Sicherung für den Alltag und später fürs Auto aufgebaut.

    Sicherung 1 (Frühwarnzeichen): Ich merke, wie der Stress Trauer oder die Wut körperlich im Bauch hochkocht.

    Sicherung 2 (Körperlich runterregulieren): Ich atme tief durch. Im Auto würde ich sofort das Radio bzw. die Musik komplett ausmachen, um Reize wegzunehmen.

    Sicherung 3 (Abstand & Umbewertung): Mein Kopf schaltet ein und ich mache mein inneres Audit: Reg dich nicht auf, Lupsky. Das bringt dich nur wieder in Teufels Küche. Der andere macht das nicht gegen dich persönlich, der hat vielleicht nur selber Stress.

    Sicherung 4 (Erst dann handeln): Ich bleibe ruhig, fahre normal weiter und lasse den Ärger vergehen. Zu Hause baue ich den Restdruck dann auf dem Fahrrad bzw. Sport oder im Gespräch mit meinen Eltern-Freunden ab.


Viele Grüße,
Lupsky
 
Du schreibst, dass dein Vater dir früher vermittelt hat: Ein Lupsky versagt nicht. Heute ist ausgerechnet dein Vater einer der Menschen, zu denen du gehst, wenn es dir schlecht geht. Was hat sich zwischen euch verändert, dass du ihm heute genau die Schwäche zeigen kannst, die früher nicht sein durfte?

Du sagst, drei Säulen wackeln gerade ziemlich heftig. Woran würdest du merken, dass jetzt auch eine von den beiden stabilen Säulen anfängt zu wackeln? Was wären bei dir die ersten Warnzeichen? Gibt es aktuell eine Möglichkeit eine der instabilen Säulen zu festigen?

Deine Eltern und dein Sohn geben dir viel Halt. Was hält dich aber stabil, wenn die gerade mal nicht da sind oder selber Probleme haben? Ich finde das auch wichtig, weil man sich ja nicht nur auf andere verlassen kann.

Bei deinem Satz „Ich halte den Frust heute einfach aus“ würde ich nochmal nachhaken. Wo ist für dich der Unterschied zwischen Frust aushalten und ihn wieder in dich reinfressen? Ich finde da ist ein ziemlich schmaler Grad.

Deine Skillkette klingt für mich erstmal gut. Aber was ist, wenn tief durchatmen, Musik aus und umdenken mal nicht reichen? Was machst du dann, wenn du innerlich trotzdem noch bei 80 von 100 bist und merkst, jetzt wirds langsam kritisch?

Und nochmal zum Alkohol: Woran würdest du heute merken, dass aus Stress, Frust oder Wut wieder richtiger Suchtdruck wird? Und was würdest du dann zusätzlich machen?

Du schreibst, dass du notfalls auch wieder an die Maschine gehen würdest, also eine Arbeit unter deiner Qualifikation annehmen würdest. Was ist heute anders, dass du das machen könntest, ohne dass dein altes Leistungsdenken dir sagt: Jetzt hast du versagt? Hast du in der Richtung schon etwas unternommen?

Lupsky, ich weiß, das sind jetzt viele Fragen. Ich glaube, dass genau an diesen Stellen noch einiges steckt, was dir für deine Aufarbeitung und am Ende auch für die MPU helfen kann.
 
ich schließe mich dem an...
Was tust Du, wenn Deine Bordmittel nicht mehr reichen?

ich springe hier mal noch kurz rein:
Du kannst es im Moment nicht ändern.
"Radikal akzeptieren" ist eine hohe Kunst - damit scheinst Du schon weit gekommen zu sein :)

halte den Frust im Bauch einfach aus, bis er wieder verschwindet.
magst Du hier mal genauer werden? Frust ist ja nur eine Überschrift, eine Wortblase ... worum genau geht es da? Was genau ist zu fühlen? Schau da mal genauer hin.. besonders wichtig: was ist kurz VOR dem Ärger? (da kann es sich um einen ganz kurzen Moment handeln, den Du vllt erstmal mit der Lupe suchen musst)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,


Was hat sich zwischen euch verändert, dass du ihm heute genau die Schwäche zeigen kannst, die früher nicht sein durfte?
Wir sind beide älter geworden. Ich habe schon vor Monaten ganz offen mit ihm über dieses gesamte Thema gesprochen. Er akzeptiert heute vollkommen, dass ich nicht immer gewinnen kann, dass man auch mal versagt und dass es ganz normal ist, nicht perfekt zu sein. Außerdem müssen wir uns gegenseitig nichts mehr beweisen.
Er nicht, weil er weiß, was er in seinem Leben geschafft hat, heute viel auf Reisen ist und einfach sein Leben genießt. Und ich nicht, weil ich die Erkenntnis erlangt habe, dass ich ein eigenständiger Mensch bin. Ich muss ihm nichts mehr beweisen, um ihm zu gefallen.

Woran würdest du merken, dass jetzt auch eine von den beiden stabilen Säulen anfängt zu wackeln?
Ich würde das sofort daran merken, wenn ich wieder versuche, der starke, perfekte Mann zu sein. Wenn ich wieder meinen würde, ich sei besser als andere, und Leuten etwas beweisen müsste, um Bestätigung zu erhalten.
Das wäre das erste Warnzeichen. Oder wenn ich anfangen würde, mich in Sachen hineinzusteigern, stundenlang darüber nachzugrübeln und eine Lösung für ein Problem mit Gewalt erzwingen zu wollen.
Um das zu verhindern, setze ich heute eben nicht mehr alles stur auf den QM-Titel, sondern wiege Ausweichmöglichkeiten ab. So sorge ich dafür, dass die Säule erst gar nicht fällt und keine Kettenreaktion auslöst.

Was hält dich aber stabil, wenn die gerade mal nicht da sind oder selber Probleme haben?
Ich mich selber.
Ich habe durch meine eigenen Taten und Entscheidungen extrem viel erreicht.
Ich lebe seit 6 Jahren konsequent abstinent, bin jetzt seit 2 Monaten komplett rauchfrei und besitze die Akzeptanz, zu wissen, dass ich nicht perfekt sein muss. Darauf bin ich verdammt stolz.

Durch diese gewonnenen Erkenntnisse über mich selbst sehe ich heute auch die Probleme anderer anders. Wenn meine Eltern oder mein Sohn mal keine Zeit haben, mir zuzuhören, oder selbst Sorgen haben, gehe ich in den Verteidigungsmodus? Nein.
Ich frage kurz Was ist denn bei dir los, kann ich dir vielleicht helfen? Und wenn sie das verneinen, akzeptiere ich das vollkommen. Dann reden wir eben später darüber, wenn sie die Sachen mit sich selbst geklärt haben.

Wo ist für dich der Unterschied zwischen Frust aushalten und ihn wieder in dich reinfressen?
Aushalten bedeutet heute für mich, es einfach zuzulassen, dass ich mich in dem Moment beschissen und vielleicht auch mal schwach fühle.
Es ist ganz normal, nicht immer sofort das perfekte Ergebnis hinzulegen.

Hineinfressen würde für mich bedeuten, dass ich diese Schwäche mit künstlicher Stärke überspiele. Ich würde dann wieder versuchen, den Starken zu spielen, der immer alles perfekt im Griff hat, während es drinnen brodelt.

Aber was ist, wenn tief durchatmen, Musik aus und umdenken mal nicht reichen? Was machst du dann, wenn du innerlich trotzdem noch bei 80 von 100 bist und merkst, jetzt wirds langsam kritisch?
Das ist eine verdammt schwierige Frage!
Die ehrliche Antwort, die mir zuerst in den Kopf kommt, ist Ich weiß es gerade im ersten Moment nicht genau

Aber wenn ich logisch darüber nachdenke, ist mein realer Plan. Ich würde sofort an den nächsten Rastplatz oder Parkplatz fahren und das Auto erst mal stehenlassen. Ich würde definitiv nicht weiterfahren, um mich und andere nicht zu gefährden. Ich weiß aus meiner Vergangenheit ganz genau. Wenn die Kontrolle über mein Handeln verloren geht, kann es böse enden.

Woran würdest du heute merken, dass aus Stress, Frust oder Wut wieder richtiger Suchtdruck wird? Und was würdest du dann zusätzlich machen?
Suchtdruck würde bedeuten, dass ich plötzlich wieder daran denke, dem Stress und dem Druck durch Betäubung entfliehen zu wollen.
Ich habe den Drogen und dem Alkohol aus tiefster Überzeugung abgeschworen. Es ist fest in mir verankert, dass ich das absolut nicht mehr will, weil dadurch schreckliche Dinge in meinem Leben passiert sind. (Nicht der Alk+Drogen sind Schuld sondern Ich selber).

Ich weiß heute, dass Sucht ein schleichender Prozess ist, der eine Säule nach der anderen zum Einsturz bringt. Sollte dieser Gedanke an Alkohol oder Drogen als Erleichterung aber doch jemals wieder anklopfen, schlagen alle Alarmglocken an. Ich würde mir sofort professionelle Hilfe holen und sogar eine ambulante oder stationäre Therapie in Betracht ziehen, soweit bin ich schon.
Ich werde nie wieder alles auf die leichte Schulter nehmen oder nichts tun denn genau das hat mich damals erst an diesen Punkt gebracht.

Was ist heute anders, dass du das machen könntest, ohne dass dein altes Leistungsdenken dir sagt: Jetzt hast du versagt?
ich akzeptiere das heute vollkommen und ziehe es ganz fest in Betracht, um die Zeit der Arbeitslosigkeit sauber zu überbrücken.
Natürlich muss es finanziell auch irgendwie passen, was momentan schwierig ist.

Ich habe in dieser Richtung noch nicht viel unternommen, weil mir bis zum MPU-Termin noch etwas Zeit bleibt. Aber das Wichtigste in meinem Kopf ist Bevor die Säule Arbeit komplett zusammenbricht, habe ich diese Ausweichmöglichkeiten im Maschinenbau oder Weiterbildung fest im Kopf und bin mir für diese Arbeit absolut nicht zu schade.
Mein Wert als Mensch hängt nicht mehr an der Visitenkarte Manager Lupsky.

magst Du hier mal genauer werden? Frust ist ja nur eine Überschrift, eine Wortblase ... worum genau geht es da? Was genau ist zu fühlen?
Wenn ich ganz genau hinschaue.
Frust bedeutet für mich, dass ich unzufrieden mit einer aktuellen Situation bin und mit aller Macht und meinem alten Königdenken versuchen will, dies sofort zu ändern.
Wenn das nicht klappt, staut sich der Frust immer weiter auf, bis ich explodiere. Und was fühle ich in der Millisekunde kurz vor dem Ärger, wenn man mit der Lupe hinschaut?
Es ist das Gefühl, völlig wertlos und schwach zu sein, weil ich zum Beispiel gerade keinen Job in meinem gelernten Bereich habe.

Dieses schmerzhafte Gefühl von Wertlosigkeit habe ich früher sofort in Wut und Ärger umgewandelt, um mich wieder stark zu fühlen. Genau das war das Inhineinfressen. Heute mache ich diesen Fehler nicht mehr. Ich akzeptiere heute radikal, dass dieses Gefühl der Hilflosigkeit in dem Moment da ist. Ich halte es aus, steigere mich nicht hinein und rede offen darüber, anstatt es mit Wut zu kompensieren. Außerdem habe ich ja Ausweichmöglichkeiten mich der Situation zu entziehen.



Viele Grüße,
Lupsky
 
Hallo Julchen, hallo joost, hallo Karl-Heinz, hallo zusammen,

ich wollte einfach noch kurz danke sagen. Danke, dass ihr euch meiner annehmt, diese ganzen langen Texte wirklich lest und so intensiv mit mir zusammen an meiner Aufarbeitung arbeitet. Das bedeutet mir unheimlich viel.

Vielen Dank für eure Unterstützung!


Viele Grüße,
Lupsky
 
... du hilfst mir ja auch Lupsky, durch dich und deine Lebensgeschichte kann ich bestimmte Punkte in meiner auch noch mal reflektieren. :smiley22:
Wir sind beide älter geworden. Ich habe schon vor Monaten ganz offen mit ihm über dieses gesamte Thema gesprochen. Er akzeptiert heute vollkommen, dass ich nicht immer gewinnen kann, dass man auch mal versagt und dass es ganz normal ist, nicht perfekt zu sein. Außerdem müssen wir uns gegenseitig nichts mehr beweisen.
Er nicht, weil er weiß, was er in seinem Leben geschafft hat, heute viel auf Reisen ist und einfach sein Leben genießt. Und ich nicht, weil ich die Erkenntnis erlangt habe, dass ich ein eigenständiger Mensch bin. Ich muss ihm nichts mehr beweisen, um ihm zu gefallen.
Habt ihr eigentlich mal darüber gesprochen, was dieses "ein Lupsky versagt nicht / ein Indianer kennt keinen Schmerz" damals mit dir gemacht hat? Also weiß dein Vater wie du dich damals gefühlt hast? (Anmerkung: Ich finde das hier deswegen so interessant, weil ich eine ähnlich Aufarbeitung mit meinem Vater hatte. Will jetzt aber nicht mit meiner Geschichte deinen Thread vollspammen).
Ich würde das sofort daran merken, wenn ich wieder versuche, der starke, perfekte Mann zu sein. Wenn ich wieder meinen würde, ich sei besser als andere, und Leuten etwas beweisen müsste, um Bestätigung zu erhalten.
Das wäre das erste Warnzeichen. Oder wenn ich anfangen würde, mich in Sachen hineinzusteigern, stundenlang darüber nachzugrübeln und eine Lösung für ein Problem mit Gewalt erzwingen zu wollen.
Um das zu verhindern, setze ich heute eben nicht mehr alles stur auf den QM-Titel, sondern wiege Ausweichmöglichkeiten ab. So sorge ich dafür, dass die Säule erst gar nicht fällt und keine Kettenreaktion auslöst.
Hier antwortst du nicht auf der Ebene der 5 Säulen, sondern gehst schon einen Schritt weiter. Wenn jetzt deine beiden stabilen Säulen Gesundheit und Bildung / Werte sind, solltest du zuerst überlegen woran du erkennst, das sich dort etwas verschlechert.

Zum Beispiel bei Gesundheit wären das – nur als Denkbeispiele – schlechter Schlaf, Sport vernachlässigen, körperlich nicht mehr auf sich achten, dauerhaft angespannt sein, vielleicht wieder mit dem Rauchen anfangen usw.

Bei Bildung / Werte wäre es eher: Ziele verlieren, wieder alles nur über Leistung definieren, keinen Sinn mehr in dem sehen, was er macht, seine neu gewonnenen Überzeugungen über Bord werfen usw.

Ich glaube, da hast du meine Frage mit den Säulen ein bisschen anders verstanden als ich sie meinte. Du hast jetzt hauptsächlich deine alten Verhaltensmuster beschrieben. Du sagst ja, Gesundheit und Bildung / Werte sind deine zwei bombenfesten Säulen. Ich meinte wirklich genau diese beiden: Woran würdest du merken, dass deine Säule Gesundheit anfängt zu wackeln? Und woran würdest du merken, dass deine Säule Bildung / Werte anfängt zu wackeln?

Wenn ich jetzt deine aktuelle Situation mit deinem Vater, deiner Mutter und deinem Sohn positiv hinzuziehe, hast du fast drei Säulen, die stabil sind. Ein paar Risse sind in dieser entstanden, weil Freundschaften durch die Entfernung weggefallen sind.
Darauf bin ich verdammt stolz.

Durch diese gewonnenen Erkenntnisse über mich selbst sehe ich heute auch die Probleme anderer anders. Wenn meine Eltern oder mein Sohn mal keine Zeit haben, mir zuzuhören, oder selbst Sorgen haben, gehe ich in den Verteidigungsmodus? Nein.
Ich frage kurz Was ist denn bei dir los, kann ich dir vielleicht helfen? Und wenn sie das verneinen, akzeptiere ich das vollkommen. Dann reden wir eben später darüber, wenn sie die Sachen mit sich selbst geklärt haben.
Das finde ich durchaus gut. Stichwort Akzeptanz.

... so weit erstmal...später geht es weiter...
 
Es ist das Gefühl, völlig wertlos und schwach zu sein,
Tapfer!

An dieser Stelle möchte ich mal dazu einladen, dass Du "Frust" und "Wut" mal als Lösungsversuch würdigst. Ja, würdigst (!).
Einen Lösungsversuch zu unterdrücken, ändert am ursächlichlichen Problem nix. Fast wie im echten Leben :)
Und: vllt gut, dass er Dir zur Verfügung steht?

Erklärung:
Wenn Du mal nachspürst: das Gefühlt, wertlos und schwach zu sein - macht es Dich eher bewegungslos oder eher aktiv?
Ersteres, möchte ich vermuten.

Ja nun... wenn man in der Lähmung gefangen ist, braucht es einen starken Impuls, um da rauszukommen^^
Ahnst Du was?
Wut katapultiert Dich aus der Lähmung, macht Dich wieder handlungsfähig. Stünde dir da keine Frust / Wut zur Verfügung, gäbe es noch als Lösungsversuch eine Depression. Typischerweise. Dort kannst Du dich in der Lähmung dann ausbreiten

Kannst Du das innerlich abnicken?
 
Aushalten bedeutet heute für mich, es einfach zuzulassen, dass ich mich in dem Moment beschissen und vielleicht auch mal schwach fühle.
Es ist ganz normal, nicht immer sofort das perfekte Ergebnis hinzulegen.

Hineinfressen würde für mich bedeuten, dass ich diese Schwäche mit künstlicher Stärke überspiele. Ich würde dann wieder versuchen, den Starken zu spielen, der immer alles perfekt im Griff hat, während es drinnen brodelt.
Ok, hier fehlt mir aber noch ein entscheidener Schritt. Nur weil du heute akzeptierst, dass du dich auch mal beschissen, schwach, wütend oder enttäuscht fühlen darfst, ist das Gefühl ja noch nicht verarbeitet.

Du kannst theoretisch auch denken: „Okay, ich bin gerade wütend, das darf sein“, und trotzdem anschließend alles runterschlucken und weitermachen.
Was passiert also nach dem Aushalten mit deinem Frust?
Woran merkst du, dass du ihn wirklich verarbeitet hast und nicht nur besser darin geworden bist, ihn auszuhalten?
Und woran würdest du merken, dass sich über Tage oder Wochen doch wieder etwas in dir anstaut?

Gehen wir zum Besipiel Parkplatz Situation,
Okay, du stehst jetzt auf dem Parkplatz. Tief durchatmen und Musik haben nicht gereicht. Du bist immer noch bei 80. Was machst du in den nächsten 30 Minuten ganz konkret?
Hier würde ich weitere Skills einbauen, ggf. mit Unterstützung, dass du weiter runter fahren kannst und wieder vernünftig handlungsfähig bist. Vielleicht jemanden anrufen, Abstand gewinnen, Bewegung, Situation verlassen, Gedanken sortieren, gegebenenfalls Unterstützung holen usw.

Denn genau da sehe ich den Unterschied zwischen Aushalten und Hineinfressen: Aushalten heißt nicht, den Frust einfach nur lange genug auszuhalten, bis er irgendwie verschwindet. Du musst irgendwann auch hinschauen: Was hat mich da eigentlich so getroffen? Warum hat es mich getroffen? Kann ich etwas daran ändern, muss ich etwas ansprechen oder muss ich etwas akzeptieren?

Sonst besteht die Gefahr, dass aus „Ich halte das heute aus“ irgendwann nur eine neue Form von „Ich schlucke es runter und funktioniere weiter“ wird.

Ich habe beim Erste Hilfe Kurs ein Gedankenbild erhalten, welches ich dir geben möchte: Stell dir für dich eine große Schublade vor. In dieser Schublade sammelst du im Leben grüne (gute) und rote (schlechte) Punkte.
Ein Streit, eine Enttäuschung, Frust, Wut oder eine Kränkung kann ein roter Punkt sein. Schöne Erlebnisse, gute Gespräche, Erfolgserlebnisse, Bewegung, Familie, Freunde oder einfach etwas, das mir guttut, können grüne Punkte sein.
Ein paar rote Punkte sind überhaupt kein Problem. Die gehören zum Leben. Kritisch wird es, wenn immer mehr rote Punkte dazukommen und ich die Schublade jedes Mal einfach wieder zumache.
Genau das wäre für mich Hineinfressen:
„Ist jetzt halt so. Muss ich mit klarkommen.“ Schublade zu. Aber der rote Punkt liegt noch drin.
Beim nächsten Frust kommt der nächste rote Punkt dazu. Und irgendwann ist die Schublade so voll, dass vielleicht ein eigentlich kleiner Anlass reicht, damit sie aufspringt und du direkt auf 100 bist.

Aushalten wäre deshalb für mich nur der erste Schritt.
Ich halte zunächst aus, dass der rote Punkt überhaupt da ist. Ich darf wütend, enttäuscht, traurig oder auch mal schwach sein und muss nicht sofort reagieren.
Danach kommt aber der zweite Schritt: Was mache ich mit diesem roten Punkt?
Muss ich etwas ansprechen? Kann ich etwas verändern? Muss ich etwas akzeptieren? Brauche ich Abstand? Möchte ich mit jemandem darüber reden? Was brauche ich, damit die Sache für mich wirklich abgeschlossen werden kann?
Und manchmal lässt sich ein roter Punkt vielleicht auch gar nicht vollständig wegmachen. Dann muss ich zumindest wissen, dass er noch in meiner Schublade liegt.

Deshalb finde ich auch meine andere Frage wichtig: Woran merkst du, dass sich bei dir über Tage oder Wochen wieder zu viele rote Punkte ansammeln?
Denn genau das wären für mich Frühwarnzeichen.

Dieses schmerzhafte Gefühl von Wertlosigkeit habe ich früher sofort in Wut und Ärger umgewandelt, um mich wieder stark zu fühlen. Genau das war das Inhineinfressen. Heute mache ich diesen Fehler nicht mehr. Ich akzeptiere heute radikal, dass dieses Gefühl der Hilflosigkeit in dem Moment da ist. Ich halte es aus, steigere mich nicht hinein und rede offen darüber, anstatt es mit Wut zu kompensieren. Außerdem habe ich ja Ausweichmöglichkeiten mich der Situation zu entziehen.
Hier hast du ein Beispiel gegeben: Gefühl von Wertlosigkeit aufgrund von Arbeitslosigkeit (roter Punkt) > radikale Akzeptanz > Frust von der Seele sprechen (grüner Punkt). Hier findet dann ein Ausgleich statt. Wenn du jetzt noch konkrete Beispiele für deine weiteren Ausweichmöglichkeiten berichten kannst?
 
Hallo Julchen, hallo joost, hallo zusammen,

Puh, danke für diesen heftigen Nachschlag, Julchen! Das Bild mit der Schublade und den roten und grünen Punkten hat bei mir gerade den nächsten lauten Knall im Kopf ausgelöst. Jetzt verstehe ich erst, was mir noch gefehlt hat. Ihr zwingt mich hier gerade, mein System absolut wasserdicht zu machen.
Ich versuche, eure Punkte ganz ungeschminkt aus dem Bauch heraus zu beantworten.
Kannst Du das innerlich abnicken?
Ja, joost, ich nicke das innerlich absolut ab! Wenn ich früher in diesem tiefen Loch saß und mich wertlos, gelähmt und schwach gefühlt habe, war ich wie eingefroren.
Die Wut und die Explosionen waren damals mein unbewusster Rettungsanker, um aus dieser Lähmung rauszukommen. Sie haben mich wieder handlungsfähig gemacht.
Ich habe mich für einen Moment wieder mächtig gefühlt und nicht mehr wie das wertlose Nichts. Ohne diese Wut wäre ich damals wahrscheinlich direkt abgerutscht.
Die Wut war mein hilfloser Lösungsversuch, um mich selbst zu schützen. Das heute so zu würdigen, nimmt mir unglaublich viel inneren Druck. Ich verstehe jetzt, warum mir dieses Muster so lange gedient hat. Der Selbstschutz.


Was passiert also nach dem Aushalten mit deinem Frust?
Woran merkst du, dass du ihn wirklich verarbeitet hast und nicht nur besser darin geworden bist, ihn auszuhalten?
Und woran würdest du merken, dass sich über Tage oder Wochen doch wieder etwas in dir anstaut?
Du hast vollkommen recht, Julchen. Nur dazusitzen und den Druck auszuhalten, wäre am Ende wieder nur Runterschlucken und Funktionieren. Die Schublade würde einfach mit roten Punkten vollgestopft und überlaufen.
Verarbeitung bedeutet für mich heute, dass ich den roten Punkt nicht in der Schublade verrotten lasse, sondern ihn aktiv in einen grünen Punkt verwandele. Das mache ich durch zwei konkrete Ventile.

Das körperliche Ventil (Abstand gewinnen): Wenn ich merke, dass sich Frust anstaut, fresse ich ihn nicht auf der Couch in mich hinein. Ich setze mich aufs Fahrrad und trete die Wut aus dem Körper heraus oder mache Krafttraining zu Hause, bis ich körperlich platt, aber im Kopf wieder klar bin.

Das emotionale Ventil (Reden und Sortieren): Ich mache die Sache nicht mehr mit mir alleine aus. Ich gehe zu meinen Eltern oder rede mit meinem Sohn. Ich sage offen Ich fühle mich gerade total hilflos und wertlos, weil die Jobsuche nicht klappt.
Indem ich das ausspreche, verliert das Gefühl seine Macht. Ich schaue hin Warum hat mich das so getroffen? Es war die alte Versagensangst vor meinem Vater. Und genau durch dieses Erkennen und Aussprechen löst sich der rote Punkt auf. Ich werfe ihn aus der Schublade. bzw. er wird ein grüner Punkt.

Ein ganz konkretes Beispiel von genau heute:
Mein Vater wird heute operiert, das habe ich gestern Abend erfahren. Sie haben neuen Krebs gefunden. Ich habe vor der OP noch mit ihm gesprochen. Danach war ich sofort Pumpen, um den ersten Druck körperlich abzubauen. Anschließend habe ich meine Mutter angerufen und mit ihr noch einmal intensiv darüber gesprochen, sowie auch mit meinem Sohn. Wir haben gemeinsam ausgesprochen, dass wir es im Moment nicht ändern können, aber wir haben die feste Hoffnung, dass alles gut verlaufen wird. Und jetzt gerade schreibe ich das hier im Forum nieder und auch dieses Aufschreiben gehört für mich heute als echtes Ventil dazu. Ich fresse diese extreme Angst und Hilflosigkeit nicht mehr in mich hinein.



Was machst du in den nächsten 30 Minuten ganz konkret?
Wenn ich merke, dass ich trotz Atmen im Auto bei 80 von 100 bin, fahre ich auf den Parkplatz. Motor aus. Und dann greift mein Notfallplan für diese 30 Minuten

(Körperlicher Reizentzug und Abstand): Ich mache sofort das Radio oder die Musik komplett aus und steige aus dem Auto aus. Das Auto ist in dem Moment der Stressraum. Ich laufe auf dem Parkplatz auf und ab. Durch die Bewegung sage ich meinem Körper, dass er die Lähmung und das Adrenalin abbauen kann.

(Unterstützung holen): Ich hole mein Handy raus und rufe meine Eltern oder einen guten Freund an. Ich sage ganz ehrlich: Ich stehe hier auf dem Parkplatz, ich koche vor Wut wegen einer Situation auf der Straße und bin total angespannt. Allein das Aussprechen nimmt den Druck massiv raus.

(Gedanken sortieren & umbewerten): Ich trinke einen großen Schluck Wasser und mache mein inneres Selbstaudit. Ich frage mich einfach selber Lupsky, was hat dich gerade so getriggert?
Der andere hat dich geschnitten. War das gegen dich persönlich? Nein. Der hat dich übersehen oder hat selbst Stress. Lohnt es sich, dafür deine Abstinenz, deinen Führerschein oder dein Leben zu riskieren? Auf keinen Fall. Dein Wert als Mensch hängt nicht davon ab, ob du als Erster ankommst oder den Starken markiere.
Erst wenn mein Puls unten ist und der Druck im Bauch weg ist, steige ich wieder ein und fahre ganz entspannt im Eichhörnchen-Tempo weiter.


Habt ihr eigentlich mal darüber gesprochen, was dieses "ein Lupsky versagt nicht / ein Indianer kennt keinen Schmerz" damals mit dir gemacht hat?
Ja, das haben wir, das habe ich auch schon hier damals dargelegt. Ich habe ihn damit konfrontiert, dass diese Sätze, dass ich nicht versagen darf, einen Teil dazu beigetragen haben, dass ich so stur und blind gehandelt habe. Dass ich immer schnell eine Lösung parat haben musste, um ein Ergebnis zu liefern, nur damit ich vor ihm nicht als Versager dastehe. Er hat es gut aufgenommen und dies auch bejaht, dass er auch Fehler in meiner Erziehung gemacht hat..



Viele Grüße,
Lupsky
 
Wir haben gemeinsam ausgesprochen, dass wir es im Moment nicht ändern können, aber wir haben die feste Hoffnung, dass alles gut verlaufen wird. Und jetzt gerade schreibe ich das hier im Forum nieder und auch dieses Aufschreiben gehört für mich heute als echtes Ventil dazu. Ich fresse diese extreme Angst und Hilflosigkeit nicht mehr in mich hinein.
Find ich stark diese Vorgehensweise. Auch hier hast du zwei wertvolle Alternativen gefunden, einmal radikale Akzeptanz und dann schreibst du deine Seele frei. Auch wenn in diesem Fall das belastende Gefühl mit der Erkrankung von deinem Vater nicht weg oder positiv werden muss, du kannst aber deine Wut / Hilflosigkeit verarbeiten, obwohl die Ursache weiterhin besteht.

Zu der Autosituation: Klar, du kannst diese jetzt nicht üben, weil du keinen Führerschein hast. Aber im Alltag gibt es bestimmt ähnliche Beispiele, wo du deine Skillkette anwenden kannst. Ich erinnere mich in deinem Thread zum Beispiel an eine Bewerbungsabsage, wo dann ein anderer Bewerber genommen wurde. Da wurde ja sozusagen auch an deiner Krone gekratzt.

Und da sehe ich auch wieder die Verbindung zur MPU. Dem Gutachter wird es am Ende wahrscheinlich weniger darum gehen, ob du ihm eine perfekte Skillkette theoretisch erklären kannst. Viel interessanter dürfte für ihn sein, ob dein neues System auch dann funktioniert, wenn das Leben dir tatsächlich wieder einen vor den Bug knallt, du wieder Nackenschläge kassierst.

Gerade solche realen Situationen wie die Bewerbungsabsage sind dafür doch Gold wert, bringen dir das hier sogenannte Fleisch an den Knochen. Früher hätte so etwas direkt dein altes Thema getroffen: Ich habe versagt, ich bin nicht gut genug.

Heute kannst du zeigen: Das Leben liefert dieselben roten Punkte noch immer, aber du gehst anders damit um.

Genau solche Beispiele würde ich sammeln. Nicht für den Gutachter erfinden, sondern Situationen, die wirklich passiert sind. Denn damit kannst du bei der MPU nicht nur sagen: Ich habe mich verändert, sondern konkret zeigen: Hier wurde mein altes Muster getriggert, und so habe ich diesmal gehandelt.
Und je öfter du dir bewusst die Zeit nimmst, diese neuen Verhaltensweisen im Alltag anzuwenden, desto mehr gehen sie dir irgendwann in Fleisch und Blut über. Dann musst du nicht jedes Mal deine "Werkzeugkiste" aufmachen und überlegen, welchen Skill du jetzt brauchst, sondern dein neues Verhalten wird mit der Zeit immer selbstverständlicher.

Und genau das ist doch letztendlich auch das Ziel: nicht für die MPU ein neues Verhalten auswendig zu lernen, sondern es so oft im echten Leben anzuwenden, dass es wirklich zu deinem neuen Muster geworden ist. Wenn du jetzt mal in dich gehst: Wie fühlt sich dieser neue Weg für dich eigentlich an? Ist es nicht auch ein Stück weit befreiend, nicht mehr ständig den Starken spielen zu müssen?

Und als Bonus tust du durch das Pumpen und Radfahren gleichzeitig noch etwas für deine körperliche Gesundheit. Du baust also nicht nur den inneren Druck auf eine gesunde Art ab, sondern stärkst nebenbei auch noch deinen Körper. Eigentlich eine ziemliche Win-win-Situation für dein ganzes weiteres Leben.
Ja, das haben wir, das habe ich auch schon hier damals dargelegt. Ich habe ihn damit konfrontiert, dass diese Sätze, dass ich nicht versagen darf, einen Teil dazu beigetragen haben, dass ich so stur und blind gehandelt habe. Dass ich immer schnell eine Lösung parat haben musste, um ein Ergebnis zu liefern, nur damit ich vor ihm nicht als Versager dastehe. Er hat es gut aufgenommen und dies auch bejaht, dass er auch Fehler in meiner Erziehung gemacht hat..
... hierzu äußer ich mich noch...
 
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