Habe den Fragebogen soweit mal ausgefüllt. Wäre nett wenn mir jemand sagen könnte, ob das ganze in die richtige Richtung geht. Ganz fertig ist es natürlich noch nicht
Was ist passiert?
Hausdurchsuchung am 23.03.2023 aufgrund einer 25g Cannabisbestellung im Darknet. Bei der Durchsuchung wurden 2,8g MDMA, 2 Ecstasy, 2,2g Amphetamingefunden. 2 Bongs
Vorgeschichte:
1.Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
In der Grundschule bei einem Präventionsprojekt „Keine Macht Den Drogen“
2.Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Im Herbst 2020 habe ich das erste mal Cannabis geraucht. Ecstacy und Amphetamin Juni 2022.
3.Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
Das erste mal Cannabis im Herbst 2020. Hatte mich im Fitnessstudio angemeldet und dort 2 Freunde kennengelernt, wovon einer Dauerkiffer war. Ich kannte ihn von damals aus der Schule und habe bei ihm öfters mitgeraucht und mir dann auch mal selbst was für daheim gekauft. Habe dann meist am Wochenende 2-3 Joints oder Bongs geraucht. Ab und zu unter der Woche bis April2021. Dann habe ich wieder aufgehört, weil ich den Sport vernachlässigt habe.
Habe meine Ex-Freundin im August 2021 kennengelernt, die regelmäßig Cannabis geraucht hat. Wir haben dann zusammen regelmäßig geraucht. Das war so unser gemeinsames „Ding“. Der Konsum ist extrem auf fast täglich gestiegen und ging bis März 2022. Ca 3 Joints oder Bongs fast täglich. Am Wochenende mehr. Am meisten hatte ich in der Zeit von Januar bis März 2022 geraucht, weil ich da krankgeschrieben war und im April eine neue Arbeit angefangen habe. In dieser Zeit habe ich angefangen, mir größere Mengen im Darknet zu bestellen, weil es einfachgünstiger war. Da habe ich auch angefangen, mir meinen Konsum mit dem Verkauf von Cannabis zu finanzieren. Ich habe mehrbestellt und das dann an Freunde weiter verkauft. Rückblickend hätte ich hier schon merken müssen, dass das alles in die falsche Richtung geht.
Den Konsum hatte ich dann Ende März 2022 beendet, weil ich gut in die neue Arbeitsstelle kommen wollte und auch sonst wieder meinen Sport vernachlässigt habe.
Habe mich dann relativ schnell im April von meiner Freundin getrennt, habe gemerkt dass wir keine Gemeinsamkeiten haben außer Cannabis. Rückblickend kann ich sagen, dass ich damals relativ schnell gemerkt habe, dass wir gar nicht zusammen passen und deshalb der Konsum so gestiegen ist. Ich konnte nicht schlussmachen.
April 2022 haben mich Freunde nach dem Lockdown mit auf eine private Techno Party genommen. Dort wurde sehr offen auch harte Drogen konsumiert. Ich habe das erste mal dort nur Cannabis mitgeraucht, fande es aber nicht gut auf einer Party. Die anderen Drogen fande ich dort aber schon interessant. Vor allem wie viel Energie die anderen hatten und wie gut sie drauf waren und sich stundenlang unterhalten und tanzen konnten.
Die Partys waren alle 1-2 Monate. Beim 2. mal im Juni habe ich dort Ecstasy und Speed das erste mal konsumiert. Habe es dort von jemandem bekommen.
Der Konsum war im Grunde immer gleich auf diesen Partys, Ecstasy/MDMA und Speed. Ich habe dann immer 1 Ecstacy und mehrere Lines Speed genommen. Speed wurde über die Zeit auf jeden Fall mehr. Habe dann auch wieder mit Cannabis angefangen und habe es zuhause nach den Partys geraucht zum runterkommen.
Für mich war es dann ganz normal auf diesen Techno Partys zu konsumieren. Ich habe quasi das Feiern gehen mit Drogenkonsum verknüpft und konnte mir garnicht mehr vorstellen, nüchtern zu feiern.
Da es immer schwierig war, auf den Partys an Drogen zu kommen und sie dort seh teuer waren, habe ich mir das ebenfalls im Darknet bestellt, damit ich einen Vorrat habe und habe dort dann auch Drogen verkauft. Zuhause habe ich das nie konsumiert.
4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Ich hatte es mal ausprobiert, fande es aber nicht gut. Alkohol war sowieso noch nie so meins.
5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Zu besonderen Anlässen wie Silvester oder Geburtstagen Alkohol, 1 Bier oder 1 Glas Sekt. Im Jahr habe ich damals vielleicht insgesamt 4 Bier und 1 Sekt getrunken. Ansonsten fande ich Alkohol nie interessant und wurde eher müde dadurch. Zum Feiern gehen war es nichts für mich. Mittlerweile verzichte ich komplett auf Alkohol und gehe lieber mit einem klaren Kopf durch die Welt.
6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Zigaretten 10-20 am Tag
7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Durch Cannabis wurde ich extrem faul und gleichgültig. Ich habe meine Wohnung nicht ordentlich gehalten und habe viel ungesundes Zeug wie Süßigkeiten gegessen. Ich habe dadurch meinen Sport vernachlässigt und habe zugenommen. Auch war die Konzentration tagsüber schlechter und ich habe öfters verschlafen.
Durch die harten Drogen hatte ich nach den Partys immer Schmerzen im Kiefer, Rücken und Beinen durch das lange Tanzen. Die Tage nach dem Konsum hatte ich eine depressive Verstimmung einige Tage und habe mich auch schonmal krankgemeldet in der Arbeit.
8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja, für mich hat das damals dazu gehört und ich habe die negativen Folgen ignoriert. Heute bin ich der Meinung, dass sich das für ein paar Stunden gut drauf sein einfach nicht lohnt.
9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
Es wurde nie ein Test gemacht
10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Nichts
11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Nichts
12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
-
13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Ich habe mir im Darknet 25g Cannabis bestellt. Daraufhin hatte ich am 23.03.2025 um 17:25 eine Hausdurchsuchung, wo 2,8g MDMA, 2,2g Amphetamin und 2 Ecstasy Tabletten gefunden wurden
Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
14. Was war der Zweck der Fahrt?
-
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
-
16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Da ich mittlerweile weiß, dass die Beeinträchtigung von den Drogen nicht nach einer Nacht schlaf verschwindet, bin ich bestimmt 200 mal unter Drogeneinfluss Auto gefahren.
17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Ich habe damals das Auto nach dem Konsum harter Drogen einen Tag stehen lassen. Ich war der Meinung zwei Nächte Schlaf reichen um am nächsten Tag wieder fahrtüchtig zu sein.
Bei Cannabis war ich der Meinung, dass ich keine beeinträchtigung nach einer Nacht schlaf habe.
18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Die Wahrnehmung, die Reaktion und Konzentration ist beeinträchtigt, auch wenn man denkt man steht nicht mehr unter der Wirkung der Droge.
19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
Man kann noch lange nach dem Konsum unter dem Einfluss stehen. Bei Cannabis sind es bis zu 3 Tage, bei MDMA und Amphetamin sind es bis zu 4 Tage
20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Ja, mittlerweile sind mir die Folgen davon bewusst. Die Gefahr einer Abhängigkeit ist immer da
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Warum ist es passiert?
21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Damals habe ich den Drogenkonsum nicht als Problembewältigung gesehen. Durch meine Aufarbeitung habe ich festgestellt, dass es sehr wohl Probleme gab, die ich verdrängen wollte. Angefangen hat der Konsum mit Cannabis in der Corona Zeit, da ich viel alleine Zuhause war und mir so die Langeweile vertreiben wollte. Ich habe festgestellt, dass ich damals unzufrieden mit mir selbst war und zu einer Gruppe dazugehören wollte. Deshalb habe ich dann mit dem Konsum von Ecstacy und MDMA angefangen. Man hat immer gegenseitig auf sich aufgepasst und das hat mir daran auch so gefallen. Außerdem habe ich durch meine Aufarbeitung gemerkt, dass ich depressive Symptome und eine soziale Phobie hatte und bin deshalb mittlerweile in Behandlung und bekomme Medikamente dagegen.
22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Mein Umfeld wusste davon erstmal nichts. Vor meiner Familie habe ich versucht, das geheim zu halten. Ansonsten hatte ich damals fast nur Freunde, die ebenfalls konsumiert haben. Die fanden meinen Drogenkonsum nicht schlecht
23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Meine damalige Freundin. Mit ihr habe ich immer sehr viel geraucht. Außerdem die lange Krankschreibung.
24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
Nur der Zeit damals nicht. Ich war der Meinung ich habe kein Problem mit Drogen. Heute weiß ich, dass ich offen mit meiner Familie darüber hätte reden sollen
25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein
26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Ja, es gab immer mal wieder Pausen und verstärkten Konsum. Vor allem bei Cannabis. Zwischen April und August 2021 hatte ich eine Pause gemacht, weil ich dort viel am Leben teilgenommen habe, Sport gemacht habe etc. Dann habe ich meine damalige Freundin kennengelernt und wir haben das Kiffen für uns entdeckt und haben zusammen viel geraucht haben. Da warens bestimmt t 3 Joints oder Bongs fast täglich und am Wochenende mehr. Noch mehr gestiegen ist der Konsum im Januar 2022. Da war ich krankgeschrieben und entsprechend viel zuhause.
Der Konsum von Ecstacy und MDMA wurde auch über die Zeit einfach immer mehr. Bei jeder Party habe ich eigentlich mehr konsumiert als davor. Ich weiß noch, dass es beim ersten Konsum bei 3 Lines Speed und 1 Ecstacy geblieben ist, während ich bei den folgenden Partys teilweise 10 Lines konsumiert habe.
27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Daran gehindert hat mich eigentlich nichts. Ich dachte damals, dass ich das brauche und es nicht so schlimm ist, weil ich ja arbeiten gehe und auf eigenen Beinen stehe.
28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Heute weiß ich, dass ich gefährdet war, abhängig zu werden. Diese Drogen machen nunmal abhängig.
29. Waren sie drogenabhängig?
Nein, gottseidank nicht. Ich bin froh, dass es nicht so weit gekommen ist
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Wieso passiert das nicht wieder?
30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Ich weiß mittlerweile, dass ich mich bei Problemen oder Sorgen an meine Familie, meine Freunde, meine Freundin und an die Selbsthilfegruppe wenden kann, die mir alle sehr viel Halt geben. Das Verhältnis zu meiner Familie ist seit der Abstinenz sehr viel besser geworden. Der klare Kopf hilft mir auch dabei, meine Probleme sofort anzugehen und sie nicht einfach nur wegzuschieben. Hätte ich das schon früher erkannt, hätte ich das verhindern können
31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Ich weiß mittlerweile, dass mich der Konsum nicht weiterbringt im Leben und es mehr gibt als Konsum. Ich bin seit der Abstinenz viel klarer im Kopf, weiß was ich will im Leben und habe klare Ziele die ich verfolge. Drogen haben in meinem Leben keinen Platz mehr.
32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben
Der Knackpunkt war meine Hausdurchsuchung am 23.03.2023. Als ich die Tür öffnete und die Polizei reinkam, wurde mir schlagartig bewusst, was ich getan hatte. Das Gefühl, dann in der Polizeiwache zu sitzen und Fingerabdrücke und Bilder gemacht wurden werde ich nie vergessen. Ich habe das dann auch direkt meiner Familie, genauer meiner Oma, meinem Vater und meinem Bruder erzählt.
33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?
Weil ich mittlerweile weiß, dass die Drogen mehr Schaden anrichten als sie mir nützen. Ich kann auch sehr gut ohne Drogen abschalten oder Spaß haben.
34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Zu der Zeit der Hausdurchsuchung habe ich gar kein Cannabis mehr geraucht. Das war also kein Problem. Feiern gehen habe ich die ersten Monate gemieden. Dann aber wieder angefangen nüchtern feiern zu gehen. Das war erstmal sehr komisch und anstrengend, hat aber funktioniert und macht genauso viel Spaß.
35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Direkt geholfen haben mir eigentlich meine Oma, die ein offenes Ohr für mich hatte sowie mein Papa.
36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Durchweg positiv. Dadurch dass ich nicht mehr konsumiere, habe ich viel Anerkennung vor allem von meiner Familie, von Freunden und von meiner jetzigen Freundin bekommen.
37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Direkt nach der Hausdurchsuchung hatte ich schon noch Kontakt. Ich hatte ja keine Freunde mehr die nichts mit Drogen zutun haben. Habe dann aber relativ schnell gemerkt, dass wir außer Konsum keine Gemeinsamkeiten hatten und habe den Kontakt beendet.
38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Ja direkt nach der Hausdurchsuchung habe ich mich nochmal mit meinem alten Freundeskreis getroffen. Dort wurde Cannabis geraucht und ich habe gemerkt, dass ich eher der Aussenseiter bin wenn ich nicht mitrauche.
39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Ich habe mittlerweile eine ganz andere Sichtweise auf Drogenkonsum. Durch die Aufarbeitung habe ich eher eine Abneigung zu Drogen und Konsumenten entwickelt und halte mich entsprechend von diesen fern.
40. Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein
41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Ich habe mich für die Abstinenz entschieden und werde keine Drogen mehr konsumieren.
42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Ich bin mir bewusst, dass ich mein Leben lang aufpassen muss, nicht wieder in alte Muster zu fallen, allerdings schließe ich einen Rückfall mittlerweile aus, weil sich mein Leben seit der Abstinenz nur zum positiven Verändert hat und ich das nicht verlieren will.
Außerdem weiß ich jetzt, dass ich mich bei Problemen an meine Ansprechpartner wie meiner Familie, meinen Freunden, meiner Freundin oder an das Blaue Kreuz wenden kann, welche mir alle Halt geben.
43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Derzeit trinke ich überhaupt keinen Alkohol. Ich bin meine psychischen Probleme erfolgreich angegangen und habe für mich entschieden, komplett auf Alkohol zu verzichten. Es ist nicht vereinbar mit meinen Medikamenten und auch sonst nicht mit meinem Lebensstil.
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